An den Beruflichen Schulen Obersberg werden Köche und Hotelfachleute geprüft

Wer zahlt, isst als letzter

Optisch ansprechend oder nicht? Bei der Bewertung dieser Vorspeise sind sich die Prüfer nicht einig. Jürgen Kayan (Zweiter von rechst), der Vorsitzende des Prüfungsausschusses für die Köche, und seine Kollegen beurteilten die Speisen der Auszubildenden. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Das Klappern von Schüsseln und Tellern ist bis auf den Hof zu hören, und es duftet nach frischem Essen. Im Lehrrestaurant Sinnfonie an den Beruflichen Schulen Obersberg herrscht geschäftiges Treiben. Auch die Tische sind bereits fertig eingedeckt, die Servicekräfte bereiten sich auf ihren Einsatz vor.

Vier Köche und vier Hotelfachleute waren gestern die ersten, die nach dreijähriger Ausbildung ihre praktische Prüfung ablegten. Insgesamt werden 18 Köche, 15 Fachleute und vier Fachkräfte im Gastgewerbe an fünf Tagen geprüft. Sowohl für die Köche als auch für die Hotelfachleute hieß es ab acht Uhr morgens: Jetzt wird es ernst. Wobei ein Teil der Prüfungsvorgaben schon vorab mitgeteilt wird.

Für die Köche beginnt alles mit dem „Warenkorb“, den sie schon bei den schriftlichen Prüfungen erhalten. Aus dessen vorgegebem Inhalt müssen sie ein Drei-Gänge-Menü erstellen, dabei sind allerdings kreative Freiheiten durchaus erwünscht. Pflichbestandteile sind in diesem Jahr: Antipasti vom Gemüse, Rotzunge und Beilagen, Creme und Pfirsich. Doch bevor es an den Herd geht, müssen die Azubis je nach Menü noch eine Warenanforderungsliste und einen Arbeitsablaufplan schreiben.

Während der Zubereitung werden die Prüflinge von den Prüfern dann ganz genau beobachtet und zwischendurch zu einem Gespräch gerufen. Jedem Azubi ist ein „Beobachter“ zugeteilt. Unter anderem wird auch darauf geachtet, ob Reste einfach weggeworfen oder anderweitig verarbeitet werden. Der Rand des Tellers darf nicht belegt werden. Alle Gerichte werden natürlich auch geschmacklich bewertet. Die restlichen Teller werden den jeweils geladenen Gästen serviert, wobei dann den Hotelfachleuten ganz genau über die Schulter geschaut wird.

Die Hotelfachleute müssen sich mit „ihren“ Köchen abstimmen, die Tische decken, die Speisekarte erstellen und „richtig“ servieren. Dabei sind etwa der korrekte Faltenwurf der Tischdecke zu beachten und die Regel, in welcher Reihenfolge bedient wird – zuletzt bekommt immer der zahlende Gast seine Speisen, und das ist der geltenden Regel nach der älteste Herr am Tisch.

Der Prüfungsausschuss setzt sich aus Vertetrern der Arbeitgeber und -nehmer sowie Lehrkräften zusammen. Die IHK Hersfeld-Rotenburg ist für die Organisation und die Prüfungsverwaltung zuständig. Ob sie bestanden haben oder nicht, erfahren die Azubis noch am Nachmittag. Nur auf die Noten müssen die angehenden Köche und Hotelfachleute noch etwas warten.

Von Nadine Maaz

Quelle: HNA

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