Evangelische Kreissynode verabschiedet Eröffnungsbilanz und Doppelhaushaltsplan

Zahlen, Zahlen, Zahlen

Abschiedssynode: Bei der kurz vor der Kirchenvorstandswahl am 29. September abgehaltenen Herbstversammlung der Delegierten des Kirchenkreises Rotenburg dankte Dekanin Gisela Strohriegl (links) der langjährigen Vorsitzenden der Kreissynode, Präses Jutta Diehl, für ihre immer kompetente und gut strukturierte Sitzungsleitung. Die Nenteröderin wird ebenso wie Erwin Beyer aus Rengshausen der neuen Synode auf keinen Fall angehören, da das Kirchspiel Rengshausen 2014 in den Kirchenkreis Fritzlar-Homberg umgegliedert wird. Reinhard Kerst (Oberellenbach, im Hintergrund) und Pfarrer Axel Dück (Solz, rechts) schlossen sich dem Dank an. Foto:s: Apel

BEBRA. Solide Haushalter Gottes sollen und wollen sie sein. Aber manchmal ist das Geld-verwalten und -ausgeben für die von den Gemeinden des Evangelischen Kirchenkreises Rotenburg ins Kirchenkreisparlament geschickten Abgeordneten gar nicht so einfach.

Zum Beispiel dann, wenn es wie bei der Herbstsynode im Bebraer Gemeindehaus darum geht, die „Doppelte Buchführung in Konten (DOPPiK)“ endgültig auf den Weg zu bringen und die Eröffnungsbilanz des Kirchenkreises zum Stichtag 31. Dezember 2009 zu beschließen.

Im Vertrauen darauf, dass das Kirchenkreisamt alles richtig zusammengestellt, das Rechnungsprüfungsamt der Landeskirche alles gründlich nachgeprüft hat und der Finanzausschuss etwaigen letzten Zweifeln nachgegangen ist, stimmten die Synodalen der entsprechenden Vorlage zu. Damit beläuft sich die erste Bilanzsumme des Kirchenkreises auf 2 099 212,25 Euro. Sie ergibt sich auf der Aktivseite vor allem aus Geldvermögen, das für ganz bestimmte Zwecke zurückgestellt worden ist, Betriebsmittelrücklagen und liquiden Mitteln. Auf der Passivseite bestehen entsprechende Verpflichtungen.

Griff in die Rücklage

Ein noch wesentlich umfangreicheres Zahlenwerk hatten die Kreissynodalen mit dem Haushaltsplan für die Rechnungsjahre 2014 und 2015 zu bewältigen, dem sie ebenfalls zustimmten. Er ist, wie Kirchenkreisamtsleiter Alexander Reitz erläuterte, von einer von der Landeskirche vorgenommenen leichten Absenkung des Grundzuweisungsbetrages, einem leichten Anstieg der Baumittelzuweisungen, sowie von Personalkostensteigerungen von jährlich 3,0 Prozent bei gleichzeitiger Deckelung der landeskirchlichen Personalkostenzuweisung geprägt. Das führe dazu, dass der Kirchenkreishaushalt trotz zweimaligen Griffs in die Personalkostenrücklage – jeweils rund 40 000 Euro sollen in den beiden nächsten Jahren vom entsprechenden Sparbuch „abgeschmolzen“ werden – nicht ausgeglichen werden könne.

So sei für 2014 von einem bereinigten Fehlbetrag von 700 Euro und für 2015 von einem von 1700 Euro auszugehen. Angesichts dessen werde der Kirchenkreis nicht umhin kommen, weiter zu sparen und beim nächsten Doppelhaushalt „Umstrukturierungen“ vorzunehmen.

Ähnlich sah es der Vorsitzende des Finanzausschusses, Reinhard Kerst, der die seit 2010 kontinuierlich wachsenden Defizite beklagte. Der Al- heimer rief dazu auf, sich noch mehr um Spenden und Sponsoring zu bemühen, um so vor allem die wichtige Arbeit des Bebraer Diakonischen Zentrums abzusichern. Mit Blick auf die Unterfinanzierung zahlreicher kirchlicher Kindertagesstätten empfahl Kerst, mit Eltern und Kommunen über eine Erhöhung der jeweiligen Kostenanteile zu verhandeln.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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