Seit 2007 mehr Fälle bei Polizei und Weißem Ring gemeldet

Zahl der Stalking-Opfer im Kreis ist gestiegen

Hersfeld-Rotenburg. Die bei der Polizei im Kreis Hersfeld-Rotenburg angezeigten Stalking-Fälle steigen seit Einführung des Anti-Stalking-Gesetzes stetig an.

Waren es im Jahr 2007 nach Angaben von Polizei-Pressesprecher Manfred Knoch noch 19 Fälle im Kreis, stieg diese Zahl im Jahr 2010 auf 24 Fälle. Im Jahr 2012 wurden 27 Fälle bei der Polizei bekannt. 98 Prozent der Opfer, die sich melden, seien Frauen, sagt Knoch.

Die Facetten von Stalking sind vielfältig und reichen von Telefonterror und belästigenden E-Mails bis hin zu Verfolgung und lebensbedrohlichen Verbrechen wie dem Zerschneiden von Reifen und Bremsbelägen.

„Stalking ist ein schwer wiegender Eingriff in das Leben einer Person und gehört zu dem Infamsten, was man einem Menschen antun kann“, sagt Volker Damm von der Außenstelle Hersfeld-Rotenburg der Opferhilfsorganisation Weißer Ring.

Im vergangenen Jahr, sagt Damm, seien fünf der 80 Opfer, die der Weiße Ring im Kreis Hersfeld-Rotenburg beraten hat, Stalking-Opfer gewesen. Die tatsächlich Zahl der Opfer ist aber seiner Einschätzung nach nicht gestiegen, da die Dunkelziffer schon immer deutlich höher lag. „Durch das Gesetz trauen sich mehr Opfer, sich bei Beratungsstellen oder bei der Polizei zu melden.“ Eine Verschärfung des Anti-Stalking-Gesetzes, wie derzeit geplant, würde Damm begrüßen. Denn Stalking sei ein verheerender Eingriff ins Leben. „Ein Stalker belästigt sein Opfer im Durchschnitt acht Monate bis anderthalb Jahre.“ Das Opfer leide danach noch jahrelang.

Den Opfern rät Damm, unbedingt die Polizei zu informieren. Außerdem sei es wichtig, jeglichen Kontakt zum Stalker abzubrechen. Zudem sollten sich die Geschädigten eine neue SIM-Karte fürs Handy kaufen, und das alte Handy anlassen, um Gespräch des Stalkers mitzuschneiden. Hintergrund,

zum Tage, Seite 2

Von Marc Hörcher

Quelle: HNA

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