Ehemalige Patienten des Herz- und Kreislaufzentrums treffen sich seit 40 Jahren

Da wird ein jeder munter

Wieder vereint: Seit 40 Jahren treffen sich in Rotenburg die ehemaligen Patienten des Herz- und Kreislaufzentrums (HKZ). 124 von ihnen waren jetzt wieder zu Gast. Foto: Meyer

Rotenburg. Schicksalsschläge haben die Menschen zusammengeführt. Aber was sie heute verbindet, ist noch mehr als die gemeinsame Erfahrung einer schweren Krankheit. Da sind Erinnerungen, eine enge Gemeinschaft, Freundschaften. Seit 40 Jahren treffen sich in Rotenburg die ehemaligen Patienten des Herz- und Kreislaufzentrums (HKZ). 124 von ihnen waren jetzt wieder dort zu Gast.

In einem der Werkräume unterhalb des Durstewitz-Saals haben die enge Bindung an Rotenburg und Treffen der ehemaligen Patienten, kurz Trempaner, für die meisten begonnen. Dorthin kamen viele nach geglückter Herz-Operation oder überwundenem Schlaganfall. So auch Lutz Illmann aus Berlin, der 1996 zur Behandlung ins Herz- und Kreislaufzentrum kam.

Sich ein Herz gefasst

„Vier Wochen habe ich mich nicht reingewagt“, berichtet er, dann hat er sich ein Herz gefasst, die Werkräume aufgesucht. Dort wurde er von Thomas Scheibner empfangen, der sofort mit ihm eine Figur töpferte. Schnell gehörte er dazu, und seither reist Illmann jährlich zum Ehemaligentreffen nach Rotenburg.

Ein Mann kommt auf Illmann zu und nimmt ihn herzlich in den Arm: „Dass ich dich auch mal wieder seh’, Berliner.“ Ein Mann spielt Akkordeon, viele werkeln, Frauen unterhalten sich. Alle sagen du, und alle fühlen sich wohl. Renate Strotta beugt sich mit Freundinnen fröhlich über ein Tablett und betrachtet Fotos aus den vergangenen Jahren: Da tanzen Männer in Ballettkleidern beim bunten Abend – ein jährlicher Programmpunkt.

Der 86-jährige Peter Bornhöft ist der einzige, der seit 40 Jahren dabei ist. Vor einiger Zeit hat er ein Gedicht geschrieben, das heute im Flur hängt. „Ich geh’ ins Freizeitzentrum runter, da wird ein jeder wieder munter“, reimte er.

Fester Bestandteil der Trempaner-Treffen sind die aktuellen und ehemaligen Mitarbeiter des Freizeitzentrums, die genauso zur Familie gehören: Thomas Scheibner, Lothar Kolb, Rosi Scheibner, Helma Göb und Peter Kreiling. Thomas Scheibner erklärt die Bedeutung des Trempaner-Treffens für das Herz- und Kreislaufzentrum: Alle Ehemaligen seien wichtige Botschafter des HKZ, denn für alle gilt wie für Elisabeth O’Murdu: „Ich habe mich hier gut aufgehoben gefühlt.“

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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