Anonyme Initiative fordert dazu auf, bei Bürgermeisterwahl mit Nein zu stimmen

Wirbel um Wahlaufruf

Das Wahlplakat von Bürgermeister Ralf Hilmes (Foto) ist überschrieben mit „Mut zur Verantwortung“. Diesen Wahlspruch hat die anonyme Initiative in ihrem Aufruf übernommen. Foto: Dupont

Nentershausen. Für Wirbel und Verärgerung sorgen ein Beilagenzettel in einem regionalen Anzeigenblatt und Plakate in Nentershausen kurz vor der Bürgermeisterwahl am morgigen Sonntag. Darin ruft eine anonyme Initiative dazu auf, bei der Wahl am Sonntag mit „Nein“ zu stimmen. Bei der Wahl gibt es nur einen Kandidaten: den amtierenden Bürgermeister Ralf Hilmes. Er ist der Wahlvorschlag der SPD. Kritiker des anonymen Aufrufs sehen wichtige Grundsätze der Demokratie missachtet.

Auf dem Din-A4-Blatt, das auch von Bürgern im Ort verteilt wurde, steht folgender Text: „Mut zur Veränderung! Bürgermeisterwahl 2012. Ein Kandidat = Keine Wahl? Die Wahl haben Sie immer! Sie müssen nicht alles hinnehmen. Geben Sie unserer Gemeinde eine Chance! Sie entscheiden mit Ihrer Stimme über die Zukunft von Bauhaus, Mönchhosbach, Dens, Süß, Weißenhasel und Nentershausen! Jede Nein-Stimme zählt. Gehen Sie zur Wahl! “

„Offen auseinandersetzen“

„Diese Aktion ist nicht fair und nicht der Sache förderlich“, kritisierte der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Nentershausen, Karlheinz Bornschier, auf Anfrage unserer Zeitung. Der Aufruf hinterlasse den Eindruck, die Wähler hätten keine wirkliche Wahl. „Die für den Aufruf Verantwortlichen hätten die Möglichkeit gehabt, einen eigenen Kandidaten aufzustellen. Diese Chance haben sie nicht genutzt.“ Mit ihm hätte man sich offen auseinandersetzen können, betonte Bornschier.

Unterzeichnet ist der Aufruf mit: „Die unabhängigen Wähler aller Ortschaften.“ Darüber seien viele Nentershäuser erbost, weil sie sich mit diesem Aufruf nicht vertreten fühlen, sagte Bornschier. „Die Demokratie zeichnet sich dadurch aus, dass man mit offenem Visier in den Wettstreit um die besten Ideen geht, dass man sich bekennt zu einer Position und nicht anonym auftritt.“

Vierstelliger Betrag

„Grundsätzlich ist der Aufruf legitim, weil viele Einwohner gesagt haben, wenn es nur einen Kandidaten gibt, brauchen wir nicht zur Wahl zu gehen“, erklärte der Vorsitzende des CDU-Gemeindeverbands, Reiner Hollstein. Es werde ja aktiv dazu aufgerufen, zur Wahl zu gehen. „Der Aufruf zeigt aber auch, dass es nicht nur poltische Gremien gibt, die mit der Arbeit des Bürgermeisters nicht zufrieden sind, sondern auch Privatpersonen, die bereit sind, einen vierstelligen Betrag für solch eine Aktion zu opfern.“

CDU: Damit nichts zu tun

„Die CDU Nentershausen hat mit diesem Aufruf aber nichts zu tun“, betonte Hollstein. Wenn die CDU Flyer verteile, gebe sie sich auch als Verfasser zu erkennen. „Das anonyme Vorgehen dieses Aufrufs verurteilen wir als Nentershäuser CDU auch.“

In der Großgemeinde gibt es drei unabhängige Wählergemeinschaften in den Ortsteilen. „Die werden jetzt zu Unrecht mit der Aktion in Verbindung gebracht. Das ist ärgerlich“, sagte Hollstein. hintergrund, Lesermeinung

Von René Dupont

Quelle: HNA

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