Informations-Abend in Erkshausen zum geplanten Windpark an der Franzosenstraße

Windpark stößt auf Skepsis

Information und Diskussion: Etwa 50 Grundstückseigentümer und interessierte Bürger nahmen am Montagabend im Erkshäuser Dorfgemeinschaftshaus an einer Informationsveranstaltung teil, bei der es um die mögliche Errichtung von drei bis sechs Windrädern an der Franzosenstraße ging. Im Verlauf der Diskussion lud Waldhessen-Solar und Genoscolar-Vorstandsmitglied Manfred Ringer dazu ein, sich beim Projektentwickler Juwi vor Ort zu informieren und an einer vom Klimaforum Waldhessen mitinitiierten Fahrt teilzunehmen. Fotos: Apel

Erkhausen. Werden im Rotenburger Stadtwald oberhalb von Erkshausen und Seifertshausen schon bald Windkraftanlagen installiert? Wie viele Türme verträgt das Windfeld „HEF_002“ an der Franzosenstraße? Oder gibt es sowieso so viele Rotmilane, dass alle Planungen schon jetzt in den Papierkorb gehören?

Fast zwei Stunden lang stellte sich Volker Wilhelm, Gebietsverantwortlicher bei der von der Rotenburger Stadtverordnetenversammlung mit dem Projekt „Windpark an der Franzosenstraße“ betrauten Firma Juwi Energieprojekte im Erkshäuser Dorfgemeinschaftshaus Fragen von Grundstückseigentümern und interessierten Bürgern.

Zum Informations-Abend eingeladen hatten sein im rheinhessischen Wörrstadt beheimateter Arbeitgeber, der in Deutschland mit weitem Abstand Marktführer bei im Wald errichteten Windkraftanlagen (WKAs) ist, und die Stadtwerke Rotenburg, für die Betriebsleiter Stephan Heckeroth anwesend war.

Anspruchsvolles Gelände

In kompakter Form ging Wilhelm zunächst auf die bis jetzt angestellten Untersuchungen und Planungen ein. Er betonte, dass das Gelände an der Franzosenstraße sehr anspruchsvoll sei. Im Moment gehe man von drei Windrädern aus, sofern zulässig seien allerdings auch bis zu sechs Anlagen denkbar. Was die „Windhöffigkeit“ anbelange sei es so, dass die Mindestwindgeschwindigkeit von 5,7 Metern pro Sekunde auf jeden Fall erreicht werde: „Es herrscht eine günstige Anströmung.“

Auf Skepsis stieß Wilhelm, als er darlegte, dass sich der Flächenbedarf pro Windrad auf lediglich 8000 Quadratmeter Fläche belaufe und dass davon auf Dauer nur etwa die Hälfte in Anspruch genommen werde. Auch bei seinen Angaben zur Breite der für den Bau der Türme erforderlichen Zuwegungen gab es Zweifel.

Einen ersten optischen Eindruck davon, wie es vom Erkshäuser Spielplatz, vom Seifertshäuser Sportplatz und vom hoch gelegenen Rotenburger Ginsterweg aus aussehen könnte, wenn die drei jetzt vorgesehenen Windkraftanlagen errichtet würden, vermittelten von Juwi angefertigte Vorher-Nachher-Computerbilder. Auf ihnen sind die Windräder kaum zu erkennen.

Kritisch wurde insoweit allerdings auch angemerkt, dass sich der Anblick mit großer Wahrscheinlichkeit verändern werde, wenn auf Bebraer und Cornberger Gebiet noch weitere WKAs errichtet würden.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

Kommentare