Windmühlen: Naturschützer sprechen von Goldrausch

Hersfeld-Rotenburg. Geschätzte 19 von 22 Gemeinden im Kreis Hersfeld-Rotenburg planen nach Angaben von Naturschützern zurzeit Windkraftanlagen. Von Goldrausch spricht Heinrich Eigenbrod, Vorsitzender des Naturschutzbundes (Nabu) Bad Hersfeld. „Der Geist nach Fukushima erschlägt uns“, befürchtet Dieter Gothe vom Nabu in Solzer.

Die Entwicklung sei nach Aufstellung der Flächennutzungspläne der Gemeinden kaum noch aufzuhalten. Auch der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) und die Partei der Grünen stellten die Windkraft vor den Artenschutz, stellt Karl-Heinz Both von der Naturkundlichen Gesellschaft Mittleres Fuldatal fest.

Zurzeit stünden - obwohl der Kreis windschwaches Gebiet sei - alle Fuldaseitentäler und viele Höhenzüge im Fokus, neben dem Wehneberg auch der Höhenzug südlich von Rotenburg, bei Bebra-Braunhausen zum Beispiel will EnBW aus Baden-Württemberg sechs Windmühlen aufstellen.

Die Naturschützer kritisieren, dass die Planungen unkoordiniert ablaufen und bis auf wenige Ausnahmen wie im Zubra-Gebiet (Bebra, Rotenburg, Alheim) und im Raum Wildeck, Heringen, Friedewald jede Gemeinde in der Hoffnung auf Gewerbesteuer alleine plant.

Sie plädieren dagegen für sehr gut untersuchte Flächen, die auf Kreisebene gebündelt sein müssten. Sie fordern für neue Windräder einen Abstand von 2000 Metern zur Wohnbebauung. Schon in Solz habe man für die vier 80 Meter hohen Windräder vor Jahren 1000 Meter gefordert, sagt Gothe. Nun seien die Anlagen bis zu 200 Meter hoch, und es gelte ein Abstand von 1000, zu Einzelgehöften nur 500 Meter.

In großer Sorge ist man, weil der Kreis Vogelzuggebiet ist, hier Uhu, Rotmilan und Schwarzstorch heimisch sind. „Überall gibt es hohes Konfliktpotenzial“, warnt Arno Werner von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz.

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Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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