"Trotz Rotmilan geeignet"

Windkraft: vogelkundliche Untersuchungen an Franzosenstraße

Rotenburg/Cornberg. Trotz der hohen Anzahl von Rotmilanbrutpaaren im Bereich Franzosenstraße geht die Firma Juwi davon aus, dass das Gebiet für die Errichtung von Windkraftanlagen geeignet ist. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor, das die Windkraft für Rotenburg und die Gemeinde Cornberg entwickeln soll.

Gut zwei Monate nach Beginn der vogelkundlichen und fledermauskundlichen Untersuchungen im Bereich der Franzosenstraße zeigten sich die ersten erwarteten Ergebnisse. Das Gebiet sei von zahlreichen Paaren besiedelt, die sich jedoch überwiegend im Offenland aufhielten. Die Anzahl der Paare deckt sich mit den Daten der örtlichen Vogelschützer, heißt es bei Juwi. Arno Werner von der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz hatte erst vor Kurzem die Zahl der Rotmilane aktualisiert wir berichteten.

Dichte auch woanders

Allerdings und da widerspricht Juwi dem Vogelschützer Werner, der von einem landesweit einzigartig großen Vorkommen spricht zeigten die Ergebnisse keine Einmaligkeit: "Eine ähnlich kleinräumig vorkommende Rotmilandichte findet sich auch in anderen grünlandreichen Mittelgebirgen wie Knüll, Rhön, Westerwald oder Vogelsberg."

Übereinstimmung mit den örtlichen Vogelschützern gebe es auch dahingehend, dass die zentralen Waldbereiche größerer geschlossener Wälder nicht vom Rotmilan besiedelt und kaum oder gar nicht überflogen würden.

In den kommenden Monaten sollen die Flugrouten der Tiere dokumentiert werden. Mehrere Beobachter werden über den Tag hinweg die Flugbewegungen der Vögel beobachten. Diese genormten Flugkontrollen, sogenannte Raumnutzungsanalysen, seien neben telemetrischen Untersuchungen, also solchen mit Sendern, die einzige Möglichkeit, die tatsächlich von den Greifvögeln aufgesuchten Flächen zu kartografieren.

Selten über Wälder

Nach bisherigem Kenntnisstand würden größere, dicht geschlossene Wälder jedoch so selten überflogen, dass sie nach den Vorgaben des Landes Hessen durchaus als geeignet für die Errichtung von Windkraftanlagen einzustufen sind.

Erst mit Abschluss der Untersuchungen im März 2015 fällt laut Juwi die Entscheidung, ob Planungen für Windkraftanlagen sinnvoll und umsetzbar sind. Die Ergebnisse sollen dann präsentiert werden. (sis)

Quelle: HNA

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