Sieben Windräder sollen gebaut werden

Windkraft Franzosenstraße: Grundeigentümer warten auf Startschuss

+
Blick von der Franzosenstraße Richtung Asmushausen: Hier im Windfeld HEF_012 sind sieben Windräder geplant. Das Foto entstand im vergangenen Herbst.

Asmushausen. Sieben Windräder sollen an der Franzosenstraße hoch über Asmushausen gebaut werden. Die Asmushäuser befürworteten das Projekt, erklärte Ortsvorsteher Richard Berge auf Nachfage.

Gegner des Windparks waren am Donnerstagabend nicht zur - auf Betreiben von Bürgermeister Uwe Hassl erstmals öffentlich bekannt gemachten - Informationsveranstaltung der REON AG zum Windfeld HEF_012 gekommen.

Während anderenorts wie am Wehneberg in Bad Hersfeld schon gebaut wird, geht es hier nicht voran. Von den Schwierigkeiten berichteten REON-Geschäftsführer Tom Becker und Projektleiter Thomas von Glahn. Ein gewichtiger Grund ist der Rotmilan, der im Bestand gefährdet ist, der sich aber in unserer Region konzentriert.

Zurzeit läuft laut Becker ein Gutachten. Danach gebe es weniger Rotmilane in dem Gebiet als gedacht, die Zahl schwanke stark.

Eine Potenzialanalyse habe Anfang 2011 das Gebiet als optimal eingestuft, erklärte Becker rückblickend. Erste Grundstücksverträge wurden unterschrieben. Man habe Gespräche mit der Zusammenarbeit Bebra, Rotenburg, Alheim (ZuBRA), den Stadtwerken Bebra und anderen geführt, um die Wertschöpfung vor Ort zu behalten. Dann zeigte sich ein hohes Aufkommen des Rotmilans. 2012 hätte die Naturschutzbehörde beim RP nur noch eine 20-prozentige Realisierungschance gesehen, die Vogelschützer (HGON) wollten hier ein Europäisches Vogelschutzgebiet ausweisen. Jetzt erst sei der Referentenentwurf zum Erneuerbare Energiengesetz (EEG) beschlossen worden, eine rechtsverbindliche Vorlage des RP Kassel fehle nach wie vor.

Thomas von Glahn

Viele Interessen verzögerten das Projekt. Einen Bauantrag habe man daher bis heute nicht stellen können. Dennoch verfolge man das Projekt nach wie vor, für das man schon im sechsstelligen Bereich investiert habe, denn eine Vergütung von 8,9 Cent über 20 Jahre sei durchaus wirtschaftlich.

Geplant sei die Beteiligung der hiesigen Akteure und eine regionale Betreibergesellschaft, damit auch die Gewerbesteuer vor Ort bleibe. „Wir streben nicht die Mehrheit an“, erklärte Becker auf Nachfrage.

Zu der Veranstaltung im Dorfgemeinschaftshaus waren von über 80 betroffenen Grundeigentümern nur etwa zwei Dutzend gekommen. Kritische Worte gab es lediglich von Studenten aus Kassel, die sich mit dem Projekt befasst und Konflikte ausgemacht haben. Die Kritik, das Verfahren sei nicht transparent genug gelaufen, wiesen die Vertreter von REON zurück. Auch die Anwesenden Grundeigentümer sahen keinen Anlass zur Kritik - außer der, dass es nun langsam losgehen solle.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann 

Lesen Sie mehr in der gedruckten Ausgabe unserer Zeitung.

Quelle: HNA

Kommentare