Windkraft in Cornberg: Firma PNE hält an den Pachtverträgen fest

Platz für Windrad: Eine gemeindeeigene Waldfläche, die zur Errichtung einer Windenergieanlage in Betracht kommt, ist die in der Gemarkung Königswald gelegene Abteilung Auf der Kuppe. Unser Archivbild zeigt Revierförster Heinrich Peitzmeier an der Stelle. Foto: Archiv

Cornberg. Beim Firmen-Wettstreit um den Zuschlag für die Planung von Windkraftanlagen auf Cornberger Gemeindeflächen hatte PNE Wind das Nachsehen. Trotzdem will PNE an seinen Plänen festhalten.

Der Windkraft-Projektierer mit Sitz in Cuxhaven, will in der Gemarkung Cornberg Windkraftanlagen planen und bauen. Das erklärte Firmensprecher Rainer Heinsohn auf HNA-Anfrage. Die Gemeinde Cornberg hatte in der vergangenen Woche die Wörrstädter Firma Juwi zur Entwicklung des Windfeldes HEF 002 an der Franzosenstraße favorisiert. PNE hat allerdings mit einer Reihe von Grundstückeigentümern Pachtvorverträge abgeschlossen.

„Wir haben gültige Verträge. Diese stehen nicht zur disposition“, erklärte Heinsohn. Man wolle sich auch aktiv um weitere Vertragsabschlüsse bemühen. Das Interesse von PNE richtet sich auch auf die Windfelder HEF 001, das nördlich von 002 liegt und auf 012, das südlich, also zwischen Schwarzenhasel, Asmushausen und Lispenhausen liegt.

Dass die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) die Einrichtung eines Vogelschutzgebietes mit Kern Franzosenstraße gefordert hat (wir berichteten), ändert an den PNE-Plänen nichts. Das Unternehmen will im Frühjahr mit eigenen avifaunistischen Untersuchungen beginnen, also mit denen, die die Vogelwelt betreffen. Bevor der Bau einer Windkraftanlage genehmigt wird, müssen eine ganze Reihe von Gutachten vorliegen. Es geht dabei zum Beispiel um Umwelt- und Naturschutz sowie um Bodendenkmale.

Der Rotmilan, der auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tierarten steht, ist an der Franzosenstraße in außergewöhnlicher Vielzahl anzutreffen, hatte der Bebraer HGON-Arbeitskreisleiter Arno Werner beobachtet. Dass es Brutpaare im Bereich der Franzosenstraße gibt, ist auch PNE bekannt. Mit solchen Fällen habe man viel Erfahrung, sagte Firmensprecher Heinsohn. Der Bau von Windkraftanlagen sei deshalb nicht ausgeschlossen.

Zunächst will PNE einen 140 Meter hohen Windmessmast an der Franzosenstraße aufstellen. Diese Höhe wurde gewählt, weil sie der Nabenhöhe der künftigen Windräder entspreche. Auch Juwi will einen Windmessmast aufstellen. Dieses Unternehmen soll das Windfeld 002 für Rotenburg und Cornberg gemeinsam entwickeln

Rotenburgs Bürgermeister Christian Grunwald will die beiden Firmen und Vertreter der Gemeinde Cornberg einladen, um über das Projekt Windkraft und dessen Umsetzung zu sprechen. „Wir müssen sehen, wie wir Interessen zusammenbringen“, sagte Grunwald. Einen Termin gibt es allerdings noch nicht.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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