GUT will Gleis übernehmen

Stadt hat kein Geld für erforderliche Investition von 200.000 Euro

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Seit Herbst vergangenen Jahres nicht mehr in Betrieb: Das Stammgleis an der Robert-Bunsen-Straße in Bebra. Es gehört der Stadt, der aber das Geld für eine Sanierung fehlt.

Bebra. Das Industriestammgleis der Stadt Bebra im Industriegebiet Bebra West soll in andere Hände übergehen. Die Firma „GleisUnterhaltungsTechnik“ GmbH in Bebra (GUT) bietet an, die Gleisanlage auf die Dauer von 50 Jahren zu übernehmen, sie betriebsfähig zu halten und öffentlich zur Verfügung zu stellen.

Seit Herbst vergangenen Jahres ist das Gleis an der Robert-Bunsen-Straße gesperrt, weil es saniert werden muss. Bei Übernahme will die GUT GmbH auch die Kosten für die Anschlussweiche gegenüber der DB Netz AG in Höhe von 3500 Euro jährlich übernehmen. Als Gegenleistung erwartet die Firma einen „uneingeschränkten und entgeltfreien Betrieb für ihre eigenen Fahrbewegungen“. Die Stadtverordneten beschlossen in der jüngsten Versammlung, das Ganze zu prüfen und einen Vertrag mit dem Unternehmen zu erarbeiten.

Die Stadt Bebra werde aller Voraussicht nach nicht in der Lage sein, das Gleis wieder betriebsfähig herzustellen, heißt es in der Begründung des Beschlusses. Die Firma GUT dagegen habe durch den Umbau des Bahnhofs Maschen noch für einen kurzen Zeitraum Zugang zu alten aber brauchbaren Holzschwellen, mit denen sie das Industriegleis nach und nach auf voller Länge wiederherstellen könne.

Auch die Firma Krug habe Bedarf an dem Gleis. Geschäftsführer Ulrich Till hatte schon beim Erwerb des ehemaligen Plustec-Geländes vor zwei Jahren erklärt, die Anbindung an das Schienennetz im Industiegebiet West mit dem Gleisanschluss der Stadt Bebra sei von großem Vorteil.

Gewährleistet bleibe der öffentliche Betrieb gegen Entgelt. Der Stadt als Eigentümerin bleibe eine Investition von mehr als 200.000 Euro erspart, die Stillegung des Gleises werde verhindert. Größter Vorteil sei jedoch für den Standort Bebra, dass die Infrastruktur erhalten beziehungsweise wiedergewonnen werde. (ank)

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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