Brücke stabilisieren, Umgehung an B 27 anbinden

Ortsumgehung  Lispenhausen: SPD will andere Trasse

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Soll abgerissen und neu gebaut werden: Die Brücke über die Bahn zwischen Bebra und Lispenhausen, auf der der Verkehr der Bundesstraße 83 rollt.

Lispenhausen/Bebra. Der SPD-Ortsverein Lispenhausen unternimmt einen neuen Vorstoß, die geplante Ortsumgehung Lispenhausen nicht in der vorgesehenen Variante bauen zu lassen, sondern die neue Trasse direkt an die Bundesstraße 27 bei Bebra anzubinden. Anlass für die Initiative ist der geplante B 83-Brückenneubau über die Bahn zwischen Bebra und Lispenhausen.

Die Brücke ist in einem desolaten Zustand und muss ab 2018 ersetzt werden, hatte Baudirektor Peter Wöbbeking von der Planungsbehörde Hessen mobil Anfang November erklärt. Derzeit laufen die Vorarbeiten, auch mögliche Umgehungsstrecken durch das Bebraer Industriegebiet Nord werden untersucht.

Der SPD-Ortsverein erwartet für die Abriss- und Neubauzeit für Verkehrsteilnehmer und Anlieger „unzumutbar große Belastungen.“ Er liefert auch gleich einen Vorschlag: Die Brücke könne mit drei Stahlträgern unterstützt und ihre Existenz somit verlängert werden. In der gewonnenen Zeit könne man eine „vernünftige“ Ortsumgehung durch das Fuldatal verwirklichen. Für Peter Wöbbeking ist dies allerdings nicht praktikabel: Der Zustand der Brücke sei so schlecht, dass sie nicht stabilisiert werden könne. Ein Neubau sei unabdingbar, erklärte er gestern gegenüber der HNA.

Die SPD führt zudem den Rotmilan ins Feld: Die große Population dieser geschützten Vogelart würde durch die Verwirklichung der im Zuge der Ortsumgehung geplanten Hochbrücke deutlich Nahrungsquellen verlieren. Der Vogel suche sein Futter in den Bereichen von der Gemarkung Martholz bis zur Bahn-Umladehalle in Bebra. Aus strahlungstechnischen Gründen der elektrifizierten Bahnlinie fliege er nie über diesen Bereich hinaus, heißt es in der Pressemitteilung der SPD. Der Rotmilan werde allerdings sehr oft auf Beutefang in dem großen landwirtschaftlichen Areal der geplanten Hochbrücke gesehen.

Arno Werner, ehrenamtlicher Gebietsbetreuer der Hessischen Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz aus Bebra, mag solche Thesen allerdings nicht stehen lassen. Rotmilane seien im gesamten Gebiet von Franzosenstraße und Fuldaaue unterwegs, hat der Vogelschützer beobachtet.

Rotmilan jagt überall

Man sehe Rot- und Schwarzmilane besonders im Frühjahr auf den frisch gemähten Grünflächen in der Fuldaaue. Sie orientierten sich am Nahrungsangebot. Als Aasfresser hielten sie sich auch im Straßenbereich auf, was sie besonders gefährde: Wenn sie sich über von Autos getötete Tiere hermachten, könnten sie ebenfalls von Fahrzeugen erfasst und getötet werden. Rotmilane seien durch jede Variante der Umgehungstraße gefährdet, erklärte Werner.

SPD-Ortsvereinsvorsitzender Volker Heise erklärte, man wolle eine konzertierte Aktion von Bürgerinitiativen, Kommunalpolitikern sowie Bundes- und Landtagsabgeordneten anstoßen, um Bundesverkehrsministerium und die Planungsbehörden zum Umdenken zu bewegen.

Man müsse auch die Interessen der Logistikunternehmen in der Region berücksichtigen, die schon erklärt hätten, dass eine zweijährige Sperre der Verbindung Bebra-Kassel sie vor fast unerträgliche Erschwernisse stellten. Die Unternehmen brächten Steuergeld und benötigten Mithilfe.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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