Wildecker Parlament: K+S soll Verpressung von Lauge stoppen

Wildeck. Die Wildecker Gemeindevertretung fordert die Hessische Landesregierung auf, K+S nicht über 2015 hinaus zu erlauben, Lauge in den Plattendolomit unter unserer Region zu verpressen.

Grund dafür sind die Sorge um die Grundwasservorräte und die Qualität des Trinkwassers.

„Wir protestieren gegen die geplante Vereinbarung zwischen dem hessischen Umweltministerium und K+S, wohl wissend, dass K+S der größte und wichtigste Arbeitgeber der Region ist“, heißt es in der Stellungnahme. Die Landesregierung wird aufgefordert, die Genehmigung nicht zu verlängern und die Grenzwerte für Einleitungen in die Werra in absehbarer Zeit zu reduzieren. Einen entsprechenden Antrag hatten die Grünen, die CDU und die FWG gestellt. Zwölf Parlamentarier stimmten dafür, zehn dagegen, und vier enthielten sich der Stimme.

Trinkwasser streng kontrollieren

„Unabhängig von den Ergebnissen der Verhandlungen fordern wir für unsere Trinkwasservorräte eine engmaschige Kontrolle, deren Kosten K+S zu tragen hat“, heißt es in dem Beschluss weiter.

„Der Vier-Phasen-Plan, den die Umweltministerin mit K+S vereinbart hat, enthält vieles, das den ökologischen und den ökonomischen Erfordernissen Rechnung trägt“, sagte Martina Selzer (Grüne) zur Begründung des Antrags. „Aber mit einem Punkt in diesen Vereinbarungen können wir nicht leben. Die Verlängerung der Versenkgenehmigung über 2015 hinaus birgt große Risiken für unser Trinkwasser.“ Bereits jetzt seien viele Brunnen in der Region nicht mehr nutzbar, weil sie einen zu hohen Salzgehalt aufwiesen.

Armin Körzell, der Fraktionschef der SPD, wies den Antrag als "ideologisch geprägt" scharf zurück. Er warf den Grünen vor, mit den Arbeitsplätzen bei K+S zu spielen. Die Kontrollen seien ausreichend. Ohne das Unternehmen sei die Existenzgrundlage vieler Menschen in unserer Region in Gefahr. (dup)

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Quelle: HNA

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