Wildecker Ferienspiele: 16 Betreuer kümmern sich um fast 100 Kinder

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Minigolf bei den Wildecker Ferienspielen: Betreuerin Lena Edling (vorne links) hat die Aufsicht über knapp 20 Kinder. Immer wieder gibt sie Ratschläge, hilft und hat stets ein offenes Ohr für die Kinder. Neben ihr sitzt Sophia Singer (10) aus Obersuhl. Foto:  Nico Beck

Obersuhl. Weg vom Computer, hin zum Spaß in der Gruppe - das ist ein Ziel der Wildecker Ferienspiele, die seit Jahrzehnten bei Kindern und Jugendlichen beliebt sind.

Sie motiviert, lobt und trocknet Tränen. Lena Edling ist beste Freundin und Seelsorgerin, aber auch eine strenge Aufpasserin, die alles im Blick haben muss. Sie trägt viel Verantwortung. Und das mit 16 Jahren. „Aber das ist genau mein Ding“, sagt die Obersuhlerin, die seit drei Jahren ehrenamtlich als Betreuerin bei den Wildecker Ferienspielen mitarbeitet.

Nur noch wenige Bälle müssen eingelocht werden, dann hat Lena Edling Mittagspause. Und die braucht sie auch, denn der Morgen war alles andere als entspannend. Beim Minigolf in Richelsdorf am Mittwoch betreute sie eine Gruppe mit über 15 Kindern. Und es liegt an ihr, ob der Ablauf reibungslos erfolgt, sich die Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren diszipliniert verhalten und die Stimmung bei allen gut ist. Egal, wer gewinnt und verliert.

So geht es auch den anderen 15 Betreuern - und das eine Woche lang bei jeder Veranstaltung, fast rund um die Uhr. Sie alle hätten eigentlich Urlaub und könnten ihre Beine hochlegen. Doch sie haben sich dem Ehrenamt verschrieben. Und helfen sehr gerne.

„Ich habe viel Spaß hier und kümmere mich gern um Kinder“, sagt die 16-Jährige, die vor zehn Jahren erstmals an den Ferienspielen teilnahm. Damals habe sie zu den Betreuern aufgeschaut und sie als Vorbilder angesehen. Deshalb engagiert sie sich auch seit drei Jahren ehrenamtlich bei den Festspielen. Die Arbeit sei zwar anstrengend und auch stressig - jährlich sind rund 100 Kinder pro Tag zu betreuen -, aber sie nutzt diese Gelegenheit, um ihrer Leidenschaft nachzugehen.

Deshalb erscheint es auch wenig verwunderlich, dass sie im September eine Ausbildung zur Erzieherin beginnen wird.

Das ehrenamtliche Engagement vieler Jugendlichen kommt bei den Organisatoren gut an. „Ohne sie würde es nicht klappen. Es ist schön zu sehen, dass viele Jugendliche helfen wollen und als Betreuer zu uns zurückkommen. Lena ist das beste Beispiel dafür“, sagt der Schulsozialarbeiter der Blumensteinschule in Obersuhl, Jochen Berthel.

Berthel unterstützt Ferienspiel-Macher Walter Gliem seit 18 Jahren und ist seit diesem Zeitraum für die Betreuung der Kinder zuständig. Gliem, der Vorsitzender der Awo Wildeck ist, veranstaltet die Ferienspiele in diesem Jahr schon 31. Mal. Und auch in diesem Jahr hat er ein Programm mit vielen Höhepunkten auf die Beine gestellt.

„Es ist wichtig, die Gemeinschaft unter den Kindern zu stärken und sie vom Computer wegzuholen“, sagt er. Man wolle den Kindern eine spannende Woche mit vielen Höhepunkten bieten, die sie gemeinsam mit ihren Freuden erleben können. Und dass sich die Mühen auch positiv für die Zukunft auswirken können, das wird am Beispiel von Lena Edling bewiesen.

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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