Gemeinde steigt mit Heringen und Friedewald in Projekt ein

Wildeck will den Windpark

So könnte es aussehen: Blick über Hönebach in Richtung Seulingswald. Diese Animation der Projektentwickler zeigt mögliche Standorte. Wo die Anlagen stehen und wie viele es sein werden, ist noch offen. Foto: nh

Wildeck. Auch Wildeck setzt jetzt auf die Windkraft. Die Gemeindevertreter haben dafür in ihrer Sitzung am Donnerstagabend grünes Licht gegeben. Die Gemeinde schließt einen städtebaulichen Vertrag mit der Bürgerwind Gaishecke GmbH Heringen.

Diese will an den gemeinsamen Grenzen von Heringen, Friedewald und Wildeck eine interkommunale Windparkanlage errichten. 15 Gemeindevertreter stimmten dafür, zwei dagegen, und elf enthielten sich der Stimme.

Flächen aller drei Kommunen sollen bebaut werden. Das mit Abstand größte neue Windkraftgebiet im Landkreis umfasst eine Fläche von mehr als 733 Hektar. Auf dem Gebiet der Gemeinde Wildeck sind zwei Anlagen angedacht – südlich von Hönebach. Für Wildeck wären das die ersten Windkraftanlagen auf dem Gemeindegebiet.

Details noch klären

Der Vertrag mit dem Investor legt die Grundlagen der Planungen fest. Die Details müssen jetzt geklärt werden. Jede Gemeinde stellt einen Bebauungsplan für ihren Bereich auf, der die Nutzung des Gebietes durch Windkraft festschreibt und auch die Zahl der Anlagen. Insgesamt soll der Windpark aus mindestens zehn Anlagen mit einer Gesamthöhe von mindestens 190 Metern bestehen. Eigentümer der Flächen ist der Landesbetrieb Hessen-Forst. Heringen und Friedewald haben den Verträgen bereits zugestimmt.

Die Wildecker Grünen-Fraktion sprach sich dafür aus, den Vertrag noch nicht zu unterzeichnen und zunächst die „vielen offenen Fragen zu klären“. „Als Hönebacher Bürger möchte ich zum Beispiel wissen, wie konkret die Bürgerbeteiligung sichergestellt werden soll“, sagte Christian Eimer. Davon stehe in dem Vertrag nichts. Auch die Kommune sollte den für sie maximalen Gewinn heraushandeln.

Beschluss wird angefochten

„Wir sind im Übrigen der Meinung, dass ein solcher Vertrag nicht abgeschlossen werden darf, ehe der Ortsbeirat Hönebach gehört wurde und die Gemeindevertretung einen Grundsatzbeschluss zur Windkraft gefasst hat“, betonte Eimer am Donnerstagabend. Für Hönebach habe der Vertrag weitreichende Konsequenzen. Gestern legte die Grünen-Fraktion beim Vorsitzenden der Gemeindevertretung, Udo Sauer, und beim Gemeindevorstand offiziell Widerspruch gegen den gefassten Beschluss ein. Das teilte Martina Selzer mit.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Armin Körzell, widersprach Eimer. „Erst der Vertrag sichert der Gemeinde ein Mitspracherecht über die Bauleitplanung“, sagte er. „Gehen wir auf den Vertrag nicht ein, bleibt die Belastung für die Hönebacher, aber Heringen und Friedewald partizipieren.“ Wichtig sei, dass bei der Bauleitplanung rechtzeitig über die Interessen der Gemeinde verhandelt werde.

Von René Dupont

Quelle: HNA

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