Müllverband (AZV) beschließt Satzungsänderung zur Zahl der Abfuhren

Wieder Streit um die Biotonne

Ist seit einem Jahr im Einsatz: Der AZV Hersfeld-Rotenburg hat vor einem Jahr die Biotonne eingeführt. Archivfoto: Janz

Hersfeld-Rotenburg. Seit einem Jahr haben auch die Kunden des Müllverbands (AZV) eine Biotonne. Während sich die Verwirrung um die Freistellung inzwischen gelegt hat, sorgt noch die Zahl der Leerungen für Irritationen bei den Kunden. Die will der AZV nun mit einer Satzungsänderung beseitigen.

In der Gebührensatzung des Abfallwirtschafts-Zweckverbands Hersfeld-Rotenburg (AZV) war bislang nämlich von 23 Leerungen pro Jahr die Rede. Während die Tonne für Grünschnitt, Speisereste und Küchenabfälle im Sommer alle 14 Tage geleert wird, erfolgt die Abfuhr von Dezember bis Februar nur einmal im Monat. So kommt der AZV auf die 23 Leerungen.

Je nach Länge des Jahres kann es aber sein, dass die Tonne in bestimmten Abfuhrbezirken sogar einmal weniger abgeholt wird. Nach Angaben der AZV-Vorsitzenden Elke Künholz hat das bei den Kunden für Verwirrung gesorgt; einzelne wollten sogar ihre Müllgebühr nicht vollständig zahlen, weil der AZV auch seine Leistung nicht ganz erbracht habe.

„Dabei handelt es sich bei der Biotonne um eine Pauschalgebühr, die von der Leerungszahl unabhängig ist“, stellte Künholz klar, als sie vor der AZV-Verbandsversammlung den Antrag stellte, die Angabe der 23 Leerungen im Jahr aus der Gebührensatzung zu streichen. Dem gab die Mehrheit der Delegierten auch statt.

Kritik gab es aber vonseiten der Unabhängigen in der Verbandsversammlung. Fraktionschef Hartmut Grünewald rechnete vor, dass es mitnichten um eine Ausnahme gehe, wie Künholz behauptet: In diesem Jahr werde die Biotonne in elf von 24 Abfuhrbezirken nur 22 Mal geleert.

Abholrhythmus bleibt

Während Künholz beteuert, dass der Abholrhythmus auch bei 22 Touren eingehalten werde, erklärte Grünewald, dass es auch problemlos möglich sei, 23 Abholungen flächendeckend einzuhalten: „Wer das nicht kann, beherrscht sein Geschäft nicht.“

Grünewald wittert deshalb ganz andere Gründe für die Reduzierung der Leerungszahl. Das Abfuhrunternehmen mache nämlich bei einer Tour weniger einen Gewinn, ohne Leistung zu erbringen. Aus Sicht Grünewalds ist das ein Bonbon für den Auftragnehmer vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen zwischen dem AZV und dem kleineren Müllabhol-Zweckverband Rotenburg (MZV).

Grünewalds Fraktionskollege Bernd Böhle hingegen kritisierte die Ungleichbehandlung der AZV-Kunden: „Es kann nicht sein, dass die einen nur 22 Leerungen haben, aber das gleiche zahlen wie andere, deren Biotonne einmal mehr abgeholt wird.“

Aus hygienischen Gründen sei es ohnehin notwendig, dass der Biomüll auch im Winter alle 14 Tage geleert wird, bekräftigte Grünewald – eine Kritik, die derzeit auch vonseiten der AZV-Kunden laut wird. Durchsetzen konnten sich die Unabhängigen damit in der Verbandsversammlung aber nicht. (mcj)

Quelle: HNA

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