Bäume unter Stress

Wetter-Wirrwarr setzt den Buchen im Kreis Hersfeld-Rotenburg zu

Hersfeld-Rotenburg. Der heiße Spätsommer setzt den Buchen zu. Dass sagen Kersten Eidam vom Forstamt Bad Hersfeld und Dr. Hans-Werner Führer vom Forstamt Rotenburg. 

Zudem sind die Bäume in der sogenannten Mast, haben also Bucheckern angesetzt.

„Dies ist häufig ein Zeichen für Stress, denn der Baum sorgt sich um sein Fortbestehen“, sagt Eidam. Akuten Grund zur Sorge sieht Eidam jedoch noch nicht.

Dass die Lage im Kreis nicht so dramatisch sei wie in anderen Gebieten, hänge vor allem mit der Zusammensetzung des Bodens zusammen. Lössablagerungen sorgten für tiefere Wasserspeicher. Der Boden sei zwar nicht so nährstoffreich, die Bäume dafür robuster. Für den Baum ist die Mast jedoch nicht ganz ungefährlich. Er wird anfälliger für Schädlinge und Krankheiten, denn die Produktion neuer Samen kostet die Bäume viel Energie. Als Reaktion verliert der Baum früh seine Blätter. Dies sei ganz normal, sagt Eidam. Die Anlagen für die Samen werden bereits ein Jahr vorher gebildet.

Auch Führer sieht die Situation nicht als Anlass zur Sorge: „Das Erscheinungsbild ist zwar dramatisch, die Buche wird das aber überstehen.“ Wichtig sei jetzt, dass sich in den Monaten von November bis April die Wasserspeicher im Boden wieder füllen können. Auch eine länger andauernde Schneedecke wäre wünschenswert, so Führer.

Über die allgemeine Lage der Buche ist Eidam dennoch besorgt: „Früher gab es etwa alle zehn Jahre eine Vollmast. Inzwischen sind es alle sechs.“ Die Gründe hierfür seien unterschiedlich. Zum einen setzt der Klimawandel mit seinen Temperatursteigerungen die Buche unter Druck. Aber auch Giftstoffe könnten einen Einfluss haben, glaubt Eidam: „Die häufigere Mast ist auf jeden Fall ein Zeichen, dass die Buche sich bedroht fühlt.“ Die Forstämter werden den Gesundheitszustand der Buchen im nächsten Jahr genau beobachten.

Warum Blätter bunt werden

Das Farbenspiel der Blätter im Herbst sieht nicht nur schön aus - für Bäume erfüllt es einen wichtigen Zweck. Bäume bereiten sich auf den Winter vor, indem sie die Produktion des grünen Farbstoffes Chlorophyll einstellen. Dadurch werden andere Farbstoffe, wie die gelben und orangefarbenen Karotinoide und Xanthophylle sichtbar.

Schließlich werden die Blätter braun, und der Baum wirft sie ab. Dadurch wird eine hohe Verdunstung über die Blätter verhindert, der Baum lagert seine Nährstoffe ein. Immergrüne, wie Tannen, werfen ihre Nadeln nicht ab. Sie sind besser an Kälte angepasst und verlieren weniger Wasser über ihre mit Wachs geschützten Nadeln.

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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