Fast 50 Prozent der Flächen

Von Erosion bedroht: Wertvoller Ackerboden wird weggeschwemmt

Hersfeld-Rotenburg. Fast die Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen im Landkreis ist von Erosion bedroht. Das bedeutet, dass der fruchtbare Boden einfach weggeschwemmt wird - unwiederbringlich.

Erosion sollte so weit wie möglich aufgehalten werden, sagt Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft (AGLW) des Kreises, der die meisten Kommunen im Kreis angehören.

Erosionsschutz ist nicht nur im Sinne der Landwirte, die auf fruchtbare Böden angewiesen sind, sondern dient der Reinheitdes Trinkwassers, das vor der Auswaschung von Nitrat geschützt werden muss. Durch Fruchtfolge, den Anbau von Zwischenfrüchten und neuen Verfahren (etwa Strip-Till) lässt sich die Auswaschung vermindern, die nur teilweise auch ein natürlicher Prozess ist.

Wenn nach dem Anbau von Mais auch in den Folgejahren wieder Mais ausgesät wird, ist die Gefahr von Erosion besonders groß. Das sieht man in diesem Jahr sehr deutlich oberhalb von Niederaula, wo es nach Pfingsten in nur einer Stunde 27 Liter pro Quadratmeter Starkregen gab. Große Mengen Ackerboden auf den ausgedehnten Maisflächen sind von den Fluten weggerissen worden. Die Regenmenge kurz nach Pfingsten zwischen Breitenbach/H. und Niederaula entspricht rund 40 Prozent des durchschnittlichen Niederschlags im gesamten Mai, erläutert Gebauer. Berge von Ackerboden auf Wegen und an den Hängen seien nur die Spitze des Eisbergs.

Mais gilt als Humus-Räuber. Die Böden verschlämmen, das heißt, sie verfestigen sich oberflächlich, nehmen nicht mehr so viel Wasser auf und sind durch abfließendes Wasser besonders erosionsgefährdet.

Die AGLW versucht, Landwirte für den Zwischenfruchtanbau und Grasuntersaaten beim Anbau von Mais nach Mais zu gewinnen, um den Boden halten. Alle Flächen sollten laut Gebauer über Winter begrünt sein.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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Quelle: HNA

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