Müllabhol-Zweckverband an neuem Standort: Tag der offenen Tür im Entsorgungszentrum

Wertstoffe aus Abfällen

Kaum zu glauben: Der Inhalt von 700 Mülltonnen verschwindet im Inneren dieses dreiachsigen Müllsammelfahrzeugs. Bernd Rohrbach, Mitte, vom MZV zeigt Ulrike und Klaus Gernhardt mit Tochter Luisa, wie der Abfall ins Fahrzeug gelangt. Fotos: Meyer

Bebra. Zum ersten Mal in seiner 55-jährigen Geschichte hat der Müllabholzweckverband (MZV) Rotenburg einen eigenen Betriebshof. An einem Tag der offenen Tür präsentierten die Mitarbeiter der Öffentlichkeit das Gelände an der Philipp-Reis-Straße in Bebra mit neuem Verwaltungsgebäude, Abfall-Umschlagshalle und Fahrzeugen.

Der MZV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts, die sich über Gebühren finanziert. Seit ihrer Gründung im Jahr 1957, erklärt Geschäftsführer Bernhard Skolik, hat sie im Prinzip dieselbe Aufgabe: Die Sammlung und den Abtransport der Abfälle, die im Verbandsgebiet anfallen. Das wuchs über die Jahrzehnte: Gründungsmitglieder waren die Gemeinde Weiterode und die Städte Bebra und Rotenburg. Ronshausen trat bei, später die Stadtteile von Rotenburg und Bebra. Im übrigen Kreisgebiet übernimmt der Abfallwirtschafts-Zweckverband (AZV) die entsprechenden Aufgaben.

Den neuen Betriebshof im Industriegebiet haben die MZV-Mitarbeiter im Februar bezogen. Waren bisher der Fuhrpark auf dem Bebraer Bauhof und die Verwaltung im Rathaus untergebracht, fasst der neue Standort jetzt beides.

Für Restmüll, Sperrmüll, Bioabfall und Papier hat der MZV auch die Umschlagsgenehmigung. Der Müll wird dann ab 2013 nach und nach direkt in Bebra von externen Fahrzeugen zur Verbrennung oder Weiternutzung abgeholt. Bernhard Skolik erklärt die Vorteile: Die Fahrzeuge des MZV werden sich lange Wege zur Deponie in Kathus sparen. So gespartes Geld soll dazu dienen, „die Gebühren stabil zu halten“. Sperrmüll, erklärt Hartmut Grünewald vom Verbandsvorstand, soll künftig auf dem Gelände getrennt, gewonnenes Metall vermarktet werden.

Das neue Verwaltungsgebäude beherbergt jetzt auch das Büro für die Gebührenveranlagung und eine Kasse für Barzahler. Das Gebäude ist massiv gemauert und hat ein Stahlbetonkorsett. Funktional solle es sein, erklärt die aus Rotenburg stammende Architektin Silke Schmidt. Der Teppichboden besteht – passend zum Thema Müllverwertung – aus einer Faser, die aus recycelten Kunststoffflaschen gewonnen wurde.

„Wir wollen weg vom Schmuddel-Image“, so Skolik. „Wir wollen eine gute Leistung bringen. Dafürf bedarf es auch menschenwürdiger Arbeitsplätze.“ Bürgermeister Horst Groß ist Verbandsvorsitzender des MZV. Er sagte: „Der MZV hat sich strategisch an den Herausforderungen ausgerichtet, die an eine moderne Abfallwirtschaft gestellt werden.“

Die Kosten für den neuen Betriebshof beliefen sich auf etwa 1,1 Million Euro.

Von Achim Meyer

Quelle: HNA

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