Nur wenige Kinder wechseln von der Grundschule Hönebach nach Gerstungen

Hönebach / Heringen. Die Grundschule in Hönebach meldet sich in der Diskussion um die Schulwahl der Kinder aus Kleinensee zu Wort. In der Heringer Stadtverordnetenversammlung seien sachlich fragwürdige und zum Teil falsche Aussagen getroffen worden, erklärt die beauftragte Schulleiterin Evelyn Schwab.

Das Heringer Stadtparlament hat beschlossen, alle Eltern in Kleinensee zu befragen, welche Grundschule ihre Kinder besuchen sollen - Hönebach oder Heringen (wir berichteten). Das erwecke den Anschein, als bestehe die freie Wahl zwischen den Schulstandorten, sagt Evelyn Schwab: „Das war niemals so, denn in Hessen ist keine freie Schulahl für Grundschüler vorgesehen.“ Die Kinder würden im Einklang mit dem hessischen Schulgesetz (Paragraf 66) den zuständigen Schulen nach den geltenden Schulbezirksgrenzen zugewiesen - die Kleinenseer nach Hönebach, „was aufgrund der räumlichen Nähe auch sinnvoll ist“, sagt Schwab. Nur bei schwerwiegenden Gründen könne in Ausnahmen eine andere Schule besucht werden.

Keine taktischen Gründe 

Das Staatliche Schulamt hatte Anträge von Kleinenseer Eltern auf einen Schulbesuch in Heringen jüngst abgelehnt. Bürgermeister Hans Ries mutmaßte, es gehe darum, die Grundschule Hönebach zu stärken. Die Anträge würden vom Schulamt sorgfältig und gewissenhaft geprüft, betont Schwab: „Zu unterstellen, dass bei der Entscheidungsfindung taktische Gründe eine Rolle spielen, zeugt meiner Meinung nach von mangelnder Sachkenntnis.“ Hauptgrund seien vielmehr die erweiterten Öffnungszeiten der Schule von 7 bis 17 Uhr.

Nicht den Fakten entspreche Ries’ Argument, dass viele Hönebacher Kinder nach der Grundschule auf das Gymnasium Gerstungen wechselten . Das sei seit 2011 lediglich viermal der Fall gewesen. Ries hatte erklärt, dass die Hönebacher Grundschüler für die Heringer Oberstufe verloren gingen, was deren Fortbestand bedrohe.

„Möglicherweise wären diese Kinder auch dann zum Gymnasium in Gerstungen gegangen, wenn sie vorher eine andere als die Hönebacher Schule besucht hätten“, sagt Schwab. Keinesfalls aber seien vier Kinder in vier Jahren ausschlaggebend für den Fortbestand der Oberstufe Heringen.

„Besonders bedenklich finde ich, dass Kleinenseer Eltern von einzelnen Politikern scheinbar bewusst verunsichert und unter Druck gesetzt werden. Dies stört das Schulklima und den Dorffrieden“, erklärt Schulleiterin Schwab. Kleinensee und Hönebach hätten bisher eine funktionierende schulische Einheit gebildet. „Auch von weiterführenden Schulen in Heringen, Obersuhl und Gerstungen erhalten wir stets gute Rückmeldungen. Ich hoffe daher, dass wir im Interesse der Schulkinder weiterhin in unserer Arbeit unterstützt werden.“ (mcj)

Quelle: HNA

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