Wenige Homosexuelle im Landkreis lassen sich trauen

Hersfeld-Rotenburg. Immer wieder gibt es Diskussionen um die Rechte homosexueller Paare. Vorige Woche hat sich die CDU gegen eine Gleichstellung mit der Ehe ausgesprochen. Seit 2001 können Schwule und Lesben ihre Partnerschaften beim Standesamt eintragen lassen.

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg haben davon bislang nur wenige Gebrauch gemacht. Das zeigt eine Umfrage unserer Zeitung bei den Standesämtern. Die meisten Homo-Ehen wurden bislang in Bad Hersfeld geschlossen: Acht lesbische und drei schwule Paare haben sich dort in den vergangenen vier Jahren das Ja-Wort gegeben. Zum Vergleich: Im selben Zeitraum wurden in der Kreisstadt etwa 650 Ehen geschlossen.

In den übrigen Kommunen sind amtlich beglaubigte gleichgeschlechtliche Paare eine noch größere Seltenheit: Fünf Partnerschaften wurden in Heringen eingetragen, vier in Bebra, drei in Alheim und je zwei in Rotenburg und Wildeck. An etlichen Standesämtern wurde bislang keine einzige Homo-Ehe besiegelt, zum Beispiel in Friedewald, Cornberg und Haunetal, Kirchheim, Nentershausen und Ronshausen.

Die CDU hat sich auf ihrem Parteitag in Hannover festgelegt: Homosexuelle Paare sollen bei Steuer und Adoptionsrecht nicht mit verheirateten Männern und Frauen gleichgestellt werden. Die Christdemokraten im Landkreis sind diesbezüglich uneins: Während der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Herbert Höttl, eindeutig hinter dem Parteitagsbeschluss steht, stellt sich der Kreisvorsitzende Thorsten Bloß gegen die Mehrheit der Delegierten: „Ich befürworte die Gleichstellung.“

Bundesweit lebten laut Mikrozensus 2010 etwa 63 000 homosexuelle Paare in einem gemeinsamen Haushalt. 23 000 davon, also ein gutes Drittel, haben ihre Lebenspartnerschaft eingetragen.

Quelle: HNA

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