Das K+S-Erlebnis Bergwerk Merkers bietet Attraktionen für die ganze Familie

Die Welt des weißen Goldes

Leise rieselt das weiße Gold: Steiger und Besucherführer Gunder Krieg mit einer handvoll Salz vor dem größten untertägigen Schaufelradbagger der Welt im Großbunker des ErlebnisbergwerksMerkers. Fotos: Konopka

Merkers. „Glück auf!“, begrüßt der Besucherführer die Gäste mit dem typischen Bergmannsgruß. Rasant geht die Seilfahrt ab in die tiefe Grube. 507 Meter, mit acht Metern in der Sekunde. Der enge Förderkorb voller Menschen auf drei Etagen rappelt und wackelt. Kühler Fahrtwind braust einem um die Ohren. Seit über 20 Jahren bietet das K+S-Erlebnis- Bergwerk Merkers (EBW) Attraktionen für die ganze Familie.

Auch für den zugewanderten Journalisten aus dem Ruhrgebiet, dessen Vater als Bergmann selbst „vor Kohle“ war, ist es spannend, in die Welt des weißen Goldes einzufahren. Über 1,5 Millionen Besucher waren schon in Merkers. Unter Tage wartet schon die Heilige Barbara, die Schutzpatronin aller Bergleute. Sie steht hinter einer Schutzscheibe. Im offenen Pritschenwagen, der 25 Personen Platz bietet, geht die Rundfahrt mit 30 km/h durch das 25 Kilometer lange Labyrinth der dunklen, teilweise engen Strecken los. „Bitte sitzen bleiben“, rät der Besucherführer. Die Sitzreihen auf der Pritsche sind hoch und die Decke hängt tief. Durch den Tunneleffekt kommt einem die Fahrtgeschwindigkeit wesentlich höher vor.

Beim ersten Stopp sind große, skurril wirkende Maschinen und Fahrzeuge zu sehen. Der Besucherführer erklärt deren Funktion und die Technik des Salzabbaus im 140 Quadratkilometer großen Grubenfeld. Scheinbar endlos zieht sich die Fahrstrecke zum untertägigen Bergbaumuseum. Technik zum Anfassen. Im Museum sind Gerätschaften aus den Anfangsjahren des Kalibergbaus, als noch vieles mit Muskelkraft der Bergleute geschah, zum Beispiel eine alte Handbohrmaschine und moderne Ladetransportfahrzeuge ausgestellt. Der Bergmann spricht von Gezähe, Schlägel und Eisen, Grubenlampe, Wetter, Sohle.

Hinter einer schweren Tür befindet sich der Goldraum. Hier lagerten im Frühjahr 1945 rund 220 Tonnen Gold in Barren, Banknoten und Münzen in Millionenwerten sowie Devisenbestände der Deutschen Reichsbank. Am 12. April 1945 entdeckten amerikanische Truppen den Schatz und bargen ihn. General Dwight D. Eisenhower, Oberbefehlshaber der alliierten Streitkräfte in Europa, war selbst vor Ort, um das Gold zu heben. 2014 hat Hollywood die Geschehnisse im Streifen „Monuments Men“ mit George Clooney verfilmt – am Originalschauplatz wurde allerdings nicht gedreht.

Aber auch ohne den Hollywood-Glamour beeindruckt das Bergwerk mit vielen Attraktionen. Was hier alles möglich ist, in einer Tiefe von 507 bis 800 Metern: Mountainbike-Touren, Klettersport im Hochseilgarten, der Kristallmarathon, Konzerte und Lasershows im Großbunker, der mit 250 Metern Länge, 22 Metern Breite und 17 Metern Höhe nicht nur die Dimension eines gotischen Kirchenschiffs hat, sondern auch noch eine einzigartige Akustik.

Höhepunkt des Besuches in der Welt des weißen Goldes ist die Kristallgrotte, die erst 1981 entdeckt wurde. Die Kraft der Erde und des Rhönvulkanismus haben diese rund 60 Meter lange Grotte geschaffen, die zu den nationalen Geotopen zählt. Mit dezenter Musik- und Lichtinstallation sind hier Steinsalzkristalle mit einer Kantenlänge bis zu einem Meter bewundernswert. Sogar heiraten kann man in diesem beeindruckenden Ambiente.

Und dann sind da noch die „explosiven“ Kindergeburtstage im Erlebnis Bergwerk Merkers. Wie echte Bergmänner können Kinder (ab 10 Jahren) mit Licht- und Toneffekten eine simulierte Sprengung auslösen und werden anschließend zum „Jungsprengmeister“ ernannt. Abenteuer pur.

Jedes Jahr 80 000 Besucher

80 000 Besucher lockt das Erlebnis Bergwerk jedes Jahr nach Merkers. Angefüllt mit vielen neuen Impressionen geht es für die Besucher nach der Tour im Förderkorb wieder nach über Tage, wo sie das Sonnenlicht schon erwartet. „Glück auf!“, verabschiedet sich der Besucherführer. Was für ein Erlebnis.

Von Ludger Konopka

Quelle: HNA

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