Abwechslungsreiches Programm

Heimatabend der Kirmes in Weiterode

Weiterode. Wo muss ein Bürgermeister fünf Fragen beantworten, bevor er ein Grußwort sprechen darf? Wo treten zwei Elsen auf einmal auf? Wo dauert ein Heimatabend länger als vier Stunden? Nur in Weiterode, wo noch bis Dienstagabend Kirmes gefeiert wird.

Kaum hat Moderator Ralf Schulz die Kirmesburschen und -mädchen willkommen geheißen, kaum ist auf der Bühne des Festzeltes die Erntekrone hochgezogen, kaum ist es dem Festausschussvorsitzenden Sven Janßen gelungen, das erste Fass Bier anzustechen - schon begeben sich gut 60 Kinder und Lehrer der Ulfetalschule auf Zeitreise durch 80 Jahre Schulgeschichte.

In liebevoll gestalteten Kostümen erinnern sie an Zeiten, als man schnell mal eins auf die Finger bekam (1934), als man keine Erziehung mehr brauchte (1974), als man nur noch „Spaß“ haben wollte (1984). Auch die „Celtic Ellis“ daher und werden für ihre tollen Auftritte mit Riesenapplaus bedacht. Nicht viel anders ergeht es der glänzend aufgelegten „Blechgarde“ des Jugendclubs Blechdose, die ein herrliches Tanzpotpourri hinlegt. Getoppt wird das Ganze von den Damen des ESV Weiterode, die Ausschnitte aus dem Musical „Der König der Löwen“ in Szene setzen. Wochenlang haben Simba, Nala und Co. dafür geübt, und der Beifall des Publikums unterstreicht, wie gut die farbenprächtige Show angekommen ist.

Dann erscheint Klatschtante Hildegard Thon mit David Gollmer, Tobias Heckroth, Johannes Koch und Sven Stutzmann. Knallhart spricht sie an, dass die Fußballer des ESV ganz unten stehen, dass Pfarrer Maximilian Hetzel keine rote Wurst isst („Har werd immer weenicher!“) und dass aus der Eisenbahnerstadt eine Kreiselstadt geworden ist, in der die „Sebbel“ von der Stadtentwicklungsgesellschaft SEB die Kirmes organisieren und finanzieren („Mä machen’s alleeng!“). Als dann noch - einmal lang-, einmal kurzgelockt - die stadtbekannten Bebraer „Elsen“ und der beim Ellis-Saal-Jubiläum schmerzlich vermisste Karl Dall auftauchen, gibt es kein Halten mehr. Aber Dank für Hildegard Thon, die zum 30. Mal mitmacht, und Walter Schulz, der den Dorfklatsch erfunden hat.

Heimatabend der Kirmes in Weiterode

Heimatabend der Kirmes in Weiterode

Grün, stark und sexy ist der Auftritt der Jungs vom ESV, die ihren ganzen Frust aus sich herausschreien und mit Mülltonnen und Bassgitarrenbegleitung Hard-Rock der Extraklasse servieren. Das Männerballett der Freiwilligen Feuerwehr lässt die „Weiteröder Puppenkiste“ auferstehen und begeistert mit Urmel und Co.. Die neonfarben gestylten „Cheerleaders“ sind einfach nur eine Augenweide, was in gewisser Weise auch für die Putzfrauen Beate (Richter) und Hanne (Gerlach) zutrifft, die ihre Fundsachen präsentieren und vor dem großen Finale als doppelte Tina Turner brillieren.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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