Weitere Fläche im Obersuhler Gewerbegebiet wird erschlossen

Beschlossene Sache: Dieser Bereich hinter dem Edeka-Markt im Gewerbegebiet Obersuhl wird profiliert und erschlossen. Foto: Dupont

Wildeck. Die Gemeinde Wildeck will weitere Investoren in ihr Obersuhler Gewerbegebiet locken. Sie hofft auf Jobs und Steuereinnahmen. Nicht alle halten den Weg für den richtigen.

Die Gemeinde Wildeck gibt Gas bei ihren Gewerbegebieten: Nach der Entscheidung für den Bau eines Autohofs bei Hönebach, soll jetzt eine weitere Fläche des Gewerbegebiets „Obersuhl-Nord“ für die Vermarktung vorbereitet werden. Die Fläche oberhalb der Tankstelle und des Edeka-Marktes, die noch landwirtschaftlich genutzt wird, soll profiliert und mit Kanal und Wasser erschlossen werden. Geschätzte Kosten: 712 000 Euro.

Das hat die Gemeindevertretung am Donnerstagabend mit großer Mehrheit beschlossen. Es gab nur eine Gegenstimme von der Grünen-Fraktion. Zwei Mitglieder der FWG enthielten sich.

„Wir alle wissen nicht, wie sich die Situation bei K+S weiterentwickelt. Sicher ist aber, dass die Abbauzeit für K+S in unserem Werratal beschränkt ist“, betonte Bürgermeister Alexander Wirth. „Aus meiner Sicht müssen wir alles daran setzen, unsere hervorragende Lage mitten in Deutschland und mit zwei Autobahnanschlüssen auch auszunutzen.“

„Da diese Flächen ohnehin schon vor einigen Jahren von der Hessischen Landgesellschaft (HLG) für uns erworben wurden, sollten wir die Gelegenheit nutzen und endlich Nägel mit Köpfen machen“, sagte Bernd Sauer, der Vorsitzende der FWG-Fraktion. „Nur so werden wir es hinbekommen, attraktive Investoren in unsere Gemeinde zu locken, die Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen bringen.“

„Wie im Spielcasino“

Christian Eimer (Grüne) forderte, den Druck aus der Sache zu nehmen und vor der Entscheidung zur Auffüllung noch eine Alternativvariante zu prüfen. „Wir sollten uns mit anderen Kommunen austauschen, die aus den HLG-Verträgen ausgestiegen sind, um eine Strategie für unser HLG-Problem zu erarbeiten“, sagte Eimer. Er sprach von „Fässern ohne Boden“ und verglich die HLG mit einem Spielcasino. „Jetzt haben wir Spielschulden, also zocken wir weiter.“ Eimer betonte, er sei für Gewerbeansiedlungen in Obersuhl. Er halte nur den eingeschlagenen Weg dorthin für falsch.

Wegen der Zinseinnahmen von vier Prozent habe die HLG kein Interesse, die Flächen zu vermarkten, betonte Michael Kaufmann für die SPD. Deshalb müsse die Gemeinde sehen, dass sie die Flächen selbst vermarkte. Die Profilierung sei da von Vorteil. „Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“, sagte Kaufmann.

„Große Chance nutzen“

„Auch ich habe die HLG immer argwöhnisch beobachtet“, erklärte FDP-Fraktionschef Gerhard Bick. Diese große Chance müsse die Gemeinde jetzt aber nutzen. Das Thema Gewerbegebiete sei jahrelang verschlafen worden.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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