Brummi-Fahrern ohne Schulung droht Strafe

Ab 10. September ist Weiterbildung für Lkw-Fahrer Pflicht

Hersfeld-Rotenburg. Lastwagen-Fahrer, die den Lkw-Führerschein für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen seit mindestens fünf Jahren haben, dürfen ab dem 10. September dieses Jahres ohne den Nachweis von Weiterbildungsstunden keine Fahrten mehr im gewerblichen Güterkraftverkehr machen. Fragen und Antworten.

Was ist konkret an Fortbildung gefordert? 

Es gibt fünf Lernmodule von je sieben Stunden – siehe Hintergrund oben. Damit wird EU-Recht umgesetzt. Allerdings ist die Weiterbildung von Staat zu Staat unterschiedlich. Fahrer dürfen daher nur in dem Land die Weiterbildung absolvieren, das ihren Führerschein ausgestellt hat.

Was kostet das – und wer zahlt? 

69 Euro nimmt die Fahrschule Krebs (Bad Hersfeld, Fulda) pro Modul. „Manchmal übernehmen die Arbeitgeber der Fahrer die Kosten“, weiß Christine Leyendecker aus dem Sekretariat der Fahrschule. „Die Spediteure haben ja größtes Interesse daran, dass die Fahrer diese Schlüsselzahl im Führerschein eingetragen bekommen.“ Michael Schmoll, Fahrlehrer bei der Fahrschule Krebs, hat beobachtet, dass etwa die Hälfte der Fahrer die Module vom Arbeitgeber bezahlt bekommen. Grundsätzlich liegt die Weiterbildung in der Verantwortung der Fahrer.

Ist die Weiterbildung sinnvoll? 

„Ich sage den Fahrern als erstes: ‘Sie sind die Profis‘, betont Michael Schmoll. Die Themen Ladungssicherung, wirtschaftliche Fahrweise und Sozialvorschriften kommen allerdings sehr gut an. 80 Prozent der Fahrer haben den Führerschein gemacht und arbeiten dann – nur ein Fünftel hat wirklich eine Ausbildung als Berufskraftfahrer. Und erst seit 2009 sind diese Dinge auch von den Fahrern in einer Grundqualifizierung gefordert, die den Lkw-Führerschein neu erwerben. Nach fünf Jahren spätestens müssen die Module wiederholt werden, damit die Fahrer auf dem aktuellen Kenntnisstand sind.

Darf der, der die Weiterbildung bis zum 9. September nicht macht, keinen Lastwagen mehr steuern? 

Doch, das ist erlaubt. Der Lkw-Führerschein als solcher ist auch ohne die Weiterbildung weiterhin gültig, betont Aribert Kirch, Inhaber der Fahrschule Kirch (Rotenburg, Alheim, Bebra). „Wer aber im Auftrag einer Firma berufsmäßig einen Laster fährt und Ladung für Dritte transportiert, der braucht diese Weiterbildung zwingend.“

Wie ist der Andrang auf die Weiterbildung?

„Wir haben schon etwa 200 Fahrer ausgebildet“, sagt Aribert Kirch. „Jetzt kommen die Nachzügler. Problem: Für eine Handvoll Kandidaten können wir keinen neuen Kurs auflegen. Da müssten sich einige zusammenschließen, wenn sie nicht bis nach Frankfurt fahren wollen.“

Wie ist die Resonanz? 

„Man muss klar sagen: Freiwillig kommt keiner der Fahrer zu uns“, sagt Michael Schmoll. „Die meisten sind einfach froh, wenn sie alle Module absolviert haben. Trotzdem war gerade seit März der Andrang groß, weil der Stichtag näher rückte.“

Von Rainer Henkel

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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