Dorfjubiläum des Nentershäuser Ortsteils wird von Projektteam vorbereitet

Von weiten Wäldern umgeben – Bauhaus wird 675 Jahre alt

Sie bereiten das Jubiläumsfest 675 Jahre Bauhaus vor: Das Projektteam mit, von links, Jörg und Bernd Feiler, Wolfgang Schneider, Jan-Hendrik Baur und Norbert Kaiser vor einem historischen Gebäude in Bauhaus, der alten Schule. Sie wurde zum Dorfgemeinschaftshaus umgestaltet. Mit zum Team gehören zudem Norbert Bollrath, Silke Baur und Christina Feiler. Foto:  Vöckel

Bauhaus. Der Ortsname Bauhaus wird erstmals 1337 in einer Urkunde des Klosters Fulda erwähnt: als Trotten-Dorf Buwes. Lange hat es nicht bestanden. Bereits 1473 ist die Ortschaft wüst. 60 Jahre später wird der Bereich nur noch als Hof bezeichnet.

Die weitere Entwicklung: 1747 berichtet der Chronist von einem Einzelhof, der den Trotten gehört. Auch die verwandte Familie von Verschuer in Solz hat 31 Jahre später Anteile an dem Besitz. Als selbstständige Gemeinde ist Bauhaus erst 1929 wieder entstanden.

Einst lockeres Haufendorf

Die gesetzlich angeordnete Auflösung der Gutsbezirke Bauhaus, Bellers, Gunkelrode und Triesch zu einer Kommune machte den Neubeginn möglich. Dazu ein Auszug aus der Chronik: „Wo die 1937 ausgebaute Kupferstraße von Sontra nach Gerstungen die Wasserscheide im Richelsdorfer Gebirge überquert und wo bis 1733 die hessisch-thüringische Ländergrenze verlief, liegt auf einer Rodungsinsel das lockere Haufendorf Bauhaus. Mit 192 Einwohnern war es zahlenmäßig eine der kleinsten, mit 1720 Hektar die flächengrößte, mit 410 Metern über dem Meeresspiegel die höchste und mit dem Geburtsjahr 1929 die jüngste Dorfgemeinde im Kreis Rotenburg.“

Charakteristisch für das von weiten Wäldern umgebene Dorf sind die vielen Halden und ehemaligen Schachtanlagen des Bergbaus im Richelsdorfer Gebirge. Die Zeugen der Vergangenheit verdeutlichen zugleich das Auf und Ab in der Geschichte des Ortes.

Die Auswirkungen des Bergbaus hat Lehrer Christ 1935 in einer Schulchronik beschrieben: „Typisch für jeden Besucher sind die zahlreichen Schutthalden, die Zeichen des Bergbaues. Eine zusammenhängende Gemarkung ist vor den vielen Halden nicht zu erkennen. Sie liegen überall im Felde zerstreut, große und kleine. Ihrer Farbe kann man ansehen, was man gegraben hat. Da sieht man Schieferhalden, schwarz, schon von Kiefern bewachsen. Dazwischen leuchten wieder die weißen Halden des Schwerspates hervor.“

Als 1955 (Kupfer) und 1966 (Schwerspat) der Bergbau im Richelsdorfer Gebirge stillgelegt wurde, hatte die Bergbaugemeinde Bauhaus 243 Einwohner. Von den 108 Erwerbstätigen waren die meisten Bergleute. In den Ersatzindustrien der ehemaligen Bergwerksanlagen Schnepfenbusch, Wolfsberg, Reichenberg und Brodberg fanden sie wieder Arbeit. Verbessert wurde die örtliche Infrastruktur durch den Bau von Kirche, Turnhalle und Friedhofskapelle.

Die ehemalige Schule ist zum Dorfgemeinschaftshaus umgestaltet worden. Das markante Gebäude mit den Holzfassaden wird auch vom einzigen Verein der Ortschaft genutzt: der Freiwilligen Feuerwehr sowie dem Singkreis.

Seit dem 31. Dezember 1971 gehört Bauhaus mit seinen Ortsteilen Bellers, Gunkelrode, Schnepfenbusch und Triesch zur Gemeinde Nentershausen. Die derzeitige Zahl der Einwohner: 130.

Bauhaus ist ein beliebter Wohnort. Leer stehende Gebäude sind Mangelware. Derzeit wird nur ein Haus zum Kauf angeboten. Ein kleiner Wermutstropfen: Bauhaus hat keinen Ortsbeirat mehr. Das Ortsjubiläum „675 Jahre Bauhaus“ wird von einem Projektteam vorbereitet. Zur Unternehmensgruppe Bauhaus in Kassel bestehen freundschaftliche Kontakte.

Artikel unten

Von Herbert Vöckel

Quelle: HNA

Kommentare