Forderung, die Schließung zu überdenken

Wehrbeauftragter Hellmut Königshaus tritt für Alheimer-Kaserne ein

Trat schon früher für die Alheimer-Kaserne ein: Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke (hier rechts mit Kreistagsabgeordneter Helga Charanza und Erstem Beigeordnetem Horst Peschges) will die Bundespolitik an das Standortversprechen erinnern, dass Verteidigungsminister Peter Struck 2004 gegeben hat. Archivfoto: Schaake

Alheim / Berlin. Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Königshaus, verlangt, dass die Schließung der Alheimer-Kaserne in Rotenburg noch einmal überprüft wird.

Dazu hat Königshaus das Verteidigungsministerium aufgefordert. Das hat der FDP-Politiker dem Alheimer Bürgermeister Georg Lüdtke (SPD) in einem Schreiben mitgeteilt. Lüdtke hatte ihn eingeschaltet, weil die für Anfang 2016 geplante Schließung des Rotenburger Bundeswehrstandorts laut Lüdtke eine „riesige Steuergeldverschwendung“ ist. Die Kaserne wurde in den vergangenen Jahren teuer saniert - Quellen sprechen von 40 Millionen Euro, während das Verteidigungsministerium nur 27,5 Millionen Euro nennt.

Damit scheint Lüdtke den Wehrbeauftragten als Unterstützer gewonnen zu haben: Die Standortentscheidung solle „vor dem Hintergrund der berechtigten Argumente, die gegen eine Schließung sprechen“, einer erneuten Prüfung unterzogen werden. Diese Problematik werde er auch in seinem Jahresbericht ansprechen, kündigte Königshaus an.

„Das ist der erste, der unsere Bedenken ernst nimmt“, sagte Lüdtke. Schreiben an Verteidigungsministerin von der Leyen und Finanzminister Schäuble blieben unbeantwortet. Umso erfreuter sei er, dass Königshaus schnell geantwortet hat und sich für eine Überprüfung der Standortentscheidung einsetzt. Der Wehrbeauftragte unterstützt den Bundestag bei der parlamentarischen Kontrolle der Bundeswehr und ist zugleich Interessenvertreter der Soldaten.

Schon als die Kaserne 2002 geschlossen werden sollte, hatten sich viele Alheimer für den Standort eingesetzt, erinnert Lüdtke. Damals sagte Verteidigungsminister Peter Struck zu, dass die Kaserne erhalten bleibt. Lüdtke sehe es als seine Pflicht an, dieses Versprechen auch heute einzufordern. (mcj)

Quelle: HNA

Kommentare