Verkehrsbehörde sei schlecht zu erreichen

Feuerwehr muss immer einspringen: Alheims Bürgermeister kritisiert Hessen Mobil

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Aufräumarbeiten nach Unwetter, wie zum Beispiel hier auf der Kreisstraße 59 bei Bosserode: Außerorts ist Hessen Mobil für die Beseitigung von Unwetterschäden auf Kreis-, Landes- und Bundesstraßen zuständig. Doch oft muss die Feuerwehr aushelfen.

Alheim. Es sei skandalös, wie schlecht die Verkehrsbehörde Hessen Mobil außerhalb der Geschäftszeiten zu erreichen ist, sagt Alheims Bürgermeister Georg Lüdtke. Bei Unwetterschäden müsste dann immer die Feuerwehr einspringen.

Der Grund für Lüdtkes Aufregung: In den vergangenen Wochen suchten Unwetter die Gemeinde Alheim heim. Keller liefen voll, Schlamm und Geröllmassen sammelten sich auf den Straßen. Doch Hessen Mobil blieb untätig, war nicht einmal telefonisch erreichbar.

„Innerhalb der Ortschaft ist die Kommune für die Sicherung der Straßen zuständig. Für Kreis-, Landes- und Bundesstraßen außerorts hingegen Hessen Mobil“, erklärt Lüdtke. Und genau an deren Verantwortlichkeit gebe es gerade einiges zu kritisieren.

Georg Lüdtke

Als Beispiel dafür führt Lüdtke das vergangene Wochenende an: Ein Unwetter hatte Samstagmorgen gewütet, doch die Kommune wartete vergeblich auf Unterstützung durch Hessen Mobil. „Aus Kostengründen und angeblich mangelnder Notwendigkeit brauchen und dürfen die Mitarbeiter der Straßenmeistereien von Hessen Mobil wochentags nach 16 Uhr und an Wochenenden grundsätzlich nicht tätig werden. Das wurde so in Wiesbaden beschlossen“, stellt Lüdtke die Problematik dar. Hessen Mobil bestätigt das, weist aber auch darauf hin, dass es trotzdem eine Rufbereitschaft der Straßenmeisterei gibt - obwohl es vom Gesetzgeber nicht verlangt wird. Ein Notfalltelefon wurde extra von der Verkehrsbehörde für unvorhergesehene Ereignisse eingerichtet.

Doch am Wochenende versagte das Notfalltelefon: Laut Lüdtke konnte die Polizei in Rotenburg den Bereitschaftsdienst nicht erreichen, das Mobiltelefon war sogar abgeschaltet. „Es kann nicht sein, dass Hessen Mobil durch den Wegfall eines richtigen Bereitschaftsdienstes Kosten spart, die Kommunen dafür aber mehr Arbeit haben“, ärgert sich Lüdtke. Denn die Polizeidienststellen rufen dann als nächstes die Bürgermeister an - mit der Bitte, den Schaden auf den Straßen zu beseitigen.

Zusätzliche Arbeit

Die Arbeit, für die Hessen Mobil zuständig ist, bleibe dann an den Feuerwehren und Bauhöfen hängen, sagt Lüdtke. Und das sei ein Unding, da die Einsatzkräfte ehrenamtlich tätig sind und ihre Freizeit dann damit verbringen, die Arbeit anderer zu machen. Oft würden die Männer und Frauen auch noch aus ihren eigentlichen Berufen herausgerufen. Für Lüdtke ein unhaltbarer Zustand: Auch weil die rechtliche Situation nicht geregelt ist. Dürfen Kommunen überhaupt fürs übergeordnete Straßennetz entscheiden?

Der Bürgermeister meint, dass Hessen Mobil schon längst hätte reagieren müssen - „indem man das Wetterradar im Hessenland beobachtet und dort den Bereitschaftsdienst aktiviert, wo Unwetter gemeldet werden“. 

Was Hessen Mobil zu den Vorwürfen sagt, lesen Sie in der heutigen Printausgabe oder im E-Paper unserer Zeitung.

Quelle: HNA

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