Auch in Oberellenbach greift die GEZ-Neuregelung

Weder Fernseher noch Radio: Laden muss trotzdem Gebühren zahlen

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Oberellenbach. Kurt-Georg Clobes, einer der Geschäftsführer des Dorfladens in Oberllenbach, ist empört: Auch das Lädchen ist von der Neuregelung der GEZ-Gebühren betroffen. „Wir müssen bezahlen für nichts“, sagt er.

5,99 Euro soll der Dorfladen monatlich berappen. „Aber wir haben kein Radio, keinen Fernseher, keinen Computer im Dorfladen. Wir haben nichts“, sagt Clobes. Nach der Umstrukturierung der Gebührenerhebung müssen Verbraucher bekanntlich nicht mehr für ihre einzelnen Geräte Gebühren zahlen, sondern nach Haushalt beziehungsweise Betriebsstätte. Der Dorfladen mit seinen fünf geringfügig beschäftigten Mitarbeiterinnen gilt demnach als Betriebsstätte. So wurde es Clobes auf Nachfrage mitgeteilt. Differenziert werde nur nach der Anzahl der Mitarbeiter und der Anzahl der Betriebsstätten. Einige Großunternehmen klagen bereits gegen die neue Regelung.

Der Dorfladen, ein Projekt der Dorferneuerung, ist in Oberellenbach etabliert und dient der Grundversorgung der Bevölkerung. Außerdem sorgt das Dorfladen-Team für den gemeinschaftlichen Zusammenhalt, indem es zum Beispiel kleine Feiern für die Oberellenbacher organisiert.

Bei einem Umsatz von jährlich etwa 100.000 Euro bleibe am Jahresende meist eine „schwarze Null“, in guten Zeiten mal ein Überschuss von 1000 Euro, sagt Clobes. „Da tut uns jeder Euro, den wir zahlen müssen, natürlich weh.“ Es ärgere ihn maßlos, dass am grünen Tisch solche Entscheidungen getroffen würden, die den überwiegend ehrenamtlich engagierten Betroffenen schadeten.

Die Neuregelung des Gebühreneinzugs hat bereits für eine heftige Debatte auf hna.de und auf Facebook gesorgt. Viele Leser beschwerten sich über Ungerechtigkeiten und Probleme beim Einzugsverfahren. (sis)

Quelle: HNA

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