Studie der IHK vergleicht Kosten in 426 Kommunen

Wasserpreise: Wildeck liegt hessenweit vorn

Hersfeld-Rotenburg. Viele Bürger und Unternehmen in Hessen müssen nach Einschätzung der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu viel Geld für ihr Wasser bezahlen.

Ein Vergleich der Kosten in 426 hessischen Gemeinden ergab eine Schere von bis zu 500 Prozent bei Frischwasser und noch mehr beim Abwasser. Die Arbeitsgemeinschaft Hessen der IHK sieht darin einen Standortfaktor für Betriebe, die sich neu ansiedeln wollen.

Beim hessischen Ranking, das Frisch- und Abwasser summiert, belegt Wildeck den Spitzenplatz in Hessen bei den Preisen pro Kubikmeter: 2,95 Euro für Frischwasser, 5,90 Euro für Schmutzwasser. Am wenigsten zahlen im Kreis Hersfeld-Rotenburg nach dieser Studie die Bürger in der Gemeinde Neuenstein. Frischwasser kostet dort 1,75 Euro, Abwasser 2,55 Euro – zusammen ergibt das Rang 83 von 426 Kommunen. Den zweitbesten Platz im Kreis belegt Haunetal mit Rang 100.

Die Preisspanne beim Abwasser ist erheblich: Sie reicht von Wildeck mit 5,90 Euro pro Kubikmeter bis zum „Schlusslicht“ Rotenburg mit 1,99 Euro. Nicht berücksichtigt wird in der IHK-Studie, ob die Kommunen ihre Einwohner separat zur Kasse bitten, wenn Kanäle erneuert werden müssen. So sagen die reinen Zahlen nichts über die tatsächliche Belastung der Kunden aus. In Rotenburg ist in den 1,99 Euro ein großer Teil der Kosten für die Kanalsanierung mit abgedeckt. Rotenburg habe sehr früh mit der Sanierung begonnen. Dadurch seien die Preise stabil, heißt es bei den Stadtwerken. In Wildeck werden die Kosten für die Kanalsanierung auf den Kubikmeterpreis umgelegt.

Günstiger als bei der Entsorgung und Klärung des Abwassers liegen die Kommunen mit ihren Frischwasser-Preisen. Mit 1,41 Euro lebt es sich im Kreis in dieser Beziehung in Haunetal am günstigsten, in Philippsthal mit 3,45 Euro am schlechtesten - jeweils plus 7 Prozent Mehrwertsteuer.

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Von René Dupont

Quelle: HNA

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