Wasserpreise steigen ab Januar in Rotenburg

Rotenburg. Die Rotenburger Bürger müssen künftig mehr Geld für Wasser und Niederschlagswasser zahlen. Die Gebühren für Abwasser sollen allerdings sinken.

Diese Beschlüsse fasste die Rotenburger Stadtverordnetenversammlung in ihrer jüngsten Sitzung mit Mehrheit von CDU und UBR, den Beschluss zur Gebührensenkung trug auch die SPD mit.

Beschlossen wurde auch gegen die Stimmen der SPD, dass der Zinssatz der Eigenkapitalverzinsung, die die Stadtwerke jährlich an die Stadt überweisen müssen, von vier auf 4,5 Prozent erhöht wird. Damit sollen knapp 140 000 Euro mehr ins Stadtsäckel fließen - ein Betrag, der die Einhaltung der Schutzschirmvereinbarungen erleichtern soll. In der Stadtverordnetensitzung wurde mehrfach von einem Puffer gesprochen, der durch den höheren Zinssatz im Haushalt entstehe.

Was noch bezahlen?

Weil die Stadtwerke die höhere Verzinsung nicht allein stemmen können, wurden entsprechend die Gebühren zum 1. Januar 2014 erhöht. Ein Vorgang, den Reiner Wollrath (SPD) nicht nachvollziehen kann. 30 Euro Mehrkosten, die nach einer Musterberechnung für einen Drei- bis Vier-Personenhaushalt mit eigenem Haus jährlich entstehen sollen, seien zwar nicht viel, „aber viel wenig ist auch viel“ meinte Wollrath. Er habe den Eindruck, dass Bürgermeister Christian Grunwald an eine Landesschutzschirmeinhaltungswettbewerb teilnehme und auch gewinnen wolle. Er müsse erklären, welche Pfade die Bürger noch bezahlen müssten.

Der Bürgermeister stellte klar: Die Schutzschirmvereinbarungen hätten 29 Stadtverordneten getroffen, nicht der Bürgermeister. Zwar sei der Puffer jetzt nicht zwingend für den Haushaltsplan 2014, aber es gebe immer Unwägbarkeiten. Grunwald nannte die verbrannte Drehleiter der Feuerwehr in diesem Jahr, den Hangrutsch am Kratzberg, das Feuerwehrauto, das in dieser Woche verunglückt war - alles nicht vorhersehbar. „Wir planen aber solide und legen Ihnen das zur Abstimmung vor“, sagte Grunwald.

CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph meinte: „Es geht mir auf den Geist, nach jeder Stadtverordnetensitzung zu hören: CDU und UBR erhöhen die Gebühren. Und die SPD lehnt sich zurück und kann‘s mit ihrem Gewissen nicht vereinbaren.“ Aber der Schutzschirm mit all seinen Konsequenzen sei 2012 mit großer Mehrheit beschlossen worden - auch von großen Teilen der SPD.

UBR-Fraktionsvorsitzender Hartmut Grünewald sprach ebenfalls von einer richtigen Entscheidung für den Puffer. Er hatte die Modellrechnungen vorgestellt, nach denen die Erhöhung für eine Wohnung in einem Sechs-Familienhaus sogar nur 22,10 Euro ausmachen würde, weil geringere Niederschlagsgebühren für die einzelnen Mietparteien anfielen. Die Erhöhungen seien moderat, kreisweit liege Rotenburg bei den Gebühren noch immer im unteren Bereich.

Wie sich die Gebühren ändern und warum sich die SPD ein Stück weit hinters Licht geführt fühlt, lesen Sie in unserer gedruckten Montagausgabe.

Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Kommentare