Kritik an Informationspolitik

Wasserhahn statt Flasche: Eltern kritisieren Änderung in Alheimer Kindergärten

Monique Schirmer

Baumbach / Heinebach. In den Kindergärten Baumbach und Heinebach ist das Mineralwasser abgeschafft worden. Die Kinder bekommen dort seit längerer Zeit stattdessen Leitungswasser zu trinken. Das gefällt manchen Eltern nicht. Sie monieren außerdem, dass sie über diesen Schritt nicht informiert worden seien.

Sarah Anacker aus Niedergude etwa berichtet, ihr Sohn sei mit Kopfschmerzen aus dem Heinebacher Kindergarten gekommen. Auf die Frage, ob er auch genug trinke, habe er geantwortet, dass es nur Leitungswasser zu trinken gäbe und ihm das nicht schmecke.

Mütter wie Sarah Anacker oder Monique Schirmer betonen zwar, dass sie mit dem Kindergarten insgesamt sehr zufrieden sind. Allerdings sind sie aufgebracht, dass ihnen die Umstellung nicht mitgeteilt wurde, und sorgen sich um mögliche Bakterien im Wasser. Eltern hätten eine Liste mit Unterschriften gegen das Leitungswasser abgegeben, worauf es aber seitens des Kindergartens oder der Gemeinde keine Reaktion gegeben habe.

Im Rathaus in Baumbach zeigt man sich angesichts der Vorwürfe verwundert und verärgert. Die Umstellung, betont Bürgermeister Georg Lüdtke, sei nicht erfolgt, um Geld zu sparen. Vielmehr gehe es der Gemeinde darum, das Thema Nachhaltigkeit in Umweltfragen im Kindergarten zu verankern. Das Trinkwasser aus den Leitungen der Gemeinde Alheim sei ein gesundes Lebensmittel, so der Bürgermeister, „das aus dem Trinkwasserhahn entnommen werden kann und nicht über Hunderte von Kilometern angekarrt werden muss.“

Nicht immer informieren

Der Bürgermeister verweist zudem auf Presseberichte über Verunreinigung und Verkeimung von Mineralwasser. Dagegen sei „das genutzte Trinkwasser aus den Leitungen der Gemeinde Alheim ein Lebensmittel, das regelmäßigen, engperiodischen Trinkwasseruntersuchungen unterliegt“. Lüdtke sieht die Gemeinde Alheim nicht in der Pflicht, Eltern über jede Veränderung im Kindergarten zu informieren. Außerdem gäbe es weiter Milch und Tee zu trinken. Barbara Meyer, stellvertretende Kindergartenleiterin, widerspricht der Behauptung, Kinder hätten das Leitungswasser verweigert: „Die trinken das alle.“

Auf die Unterschriftenaktion hin habe es eine Elternbeiratssitzung zum Thema Mineralwasser gegeben. Lüdtke: „Die Anwesenden waren sich in der Sache einig, dass man sich zukünftig auch von Seiten der Eltern an den Elternbeirat wenden sollte.“ Ein Mitglied des Elternbeirats bestätigt, dass es auf die Unterschriften hin eine Sitzung mit Bürgermeister und Kindergartenleitung gegeben habe. Daraufhin sei das Thema für die meisten Beiratsmitglieder erledigt gewesen. (zmy)

Quelle: HNA

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