Gelege von bodenbrütenden Vögeln an Fluss und Aue zerstört

Wasser spülte Nester an der Fulda weg

Nest trieb mit Hochwasser davon: Der Haubentaucher gehört zu den Verlierern der Fulda-Renaturierung. Er baut seine Nester mit dem Boden verankert auf dem Wasser. Durch den häufig wechselnden Wasserstand gehen sie verloren. Foto: Hubert Schreier

Rotenburg. Das Hochwasser an der Fulda bei Rotenburg ist weg und mit ihm auch die Nester vieler Vögel. „Das Hochwasser fiel mitten in die Brutzeit“, sagt Hochwasser-Experte Heinrich Wacker.

Betroffen seien alle bodenbrütenden Arten. Während einige Vögel bereits neue Nester gebaut haben, ist die Brut anderer für dieses Jahr verloren. „Bei den Höckerschwänen bedeutet das einen Totalausfall“, sagt Wacker. Sie brüten nur einmal im Jahr. Auch alle an der Fulda ansässigen Entenarten bekommen nur einmal Nachwuchs.

Ein Hochwasser mit solchen Auswirkungen hat es nach Angaben von Wacker zuletzt 1984 gegeben. „Die Bedingungen für Höckerschwäne waren seitdem günstig“, sagt er. Auswirkungen auf die Population befürchtet der Experte deshalb nicht: „Mit der nächsten Brut gleicht sich das wieder aus.“ Wegen dem fehlenden Nachwuchs in diesem Jahr, gebe es weniger Konkurrenz für die nächste Generation. Sie finden dann nach Angaben von Wacker leichter Nahrung.

Auch Nester von Vögeln, die nicht direkt auf dem Boden brüten, wurden von dem Hochwasser weggespült. „In der Aue stand das Wasser bis in das Gestrüpp“, sagt Wacker. Dort hatten Goldammer, Schafstelze und Feldlerche ihre Gelege.

Neue Nester

Eisvogel und Flussregenpfeifer haben nach Angaben von Wacker bereits neue Nester gebaut. „Sie sind auf dem Gebiet echte Pionierarten“, sagt er. Der Flussregenpfeifer brüte bis zu dreimal im Jahr. Die Brutzeit des Eisvogels gehe noch bis August.

Anders sieht es bei den Haubentauchern aus: Sie verlieren bei wechselndem Wasserstand nach Angaben des Breitenbacher Naturfotografen Hubert Schreier regelmäßig ihre Gelege. Haubentaucher bauen ihre Nester auf dem Wasser schwimmend und verankern sie mit dem Boden.

Seit der Renaturierung der Fuldaaue haben es die Vögel von der Größe einer Stockente auch ohne Hochwasser schwer. „Durch den Anschluss von stehenden Gewässern, Teichen und Badeseen an die Fulda geht immer mehr Brut verloren“, sagt Schreier. Der Haubentaucher sei der Verlierer der Maßnahmen zum Hochwasserschutz. Trotzdem sagt Schreier: „Die vollendeten Renaturierungsprojekte bergen viele neue und gute Chancen für die Tierwelt.“

Von Verena Koch

Quelle: HNA

Kommentare