Zu hohes Gras auf dem Friedhof sorgt für Unmut

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Natürliches Wachstum: Einige Gräber auf dem neuen Ronshäuser Friedhof sind vom hohen Gras und sprießenden Blumen hoch umsäumt. Das ärgert Angehörige, die sich für ihre Friedhofsgebühren eine bessere Pflege der Anlage wünschen.

Ronshausen. Blühende Landschaften sind nicht immer etwas Gutes. Das gilt in Fällen, wenn sie nicht wie versprochen entstehen, ebenso, wie für Orte, an denen sie erst gar nicht erwünscht sind.

Einer der letzteren ist der Friedhof in Ronshausen. Das finden zumindest einige Ronshäuser, denen der üppig sprießende Rasen und meterhohe Disteln sprichwörtlich ein Dorn im Auge sind.

Eine Ronshäuserin machte ihrem Unmut jetzt Luft und monierte die „Saustätte“, auf der das Gras „einen Meter hoch“ zwischen den Gräbern stehe. Der Zustand, in dem sich der Ronshäuser Friedhof befinde, sei „eine Katastrophe“, beklagte sie und forderte schnellstmögliche Abhilfe von der Gemeinde.

Unter falschem Namen

Zwar stimmte der Name, den die Dame bei ihrer Beschwerde der Verwaltungsangestellten und später auch am Telefon unserer Redaktion nannte, nicht. Ihre Angaben zum schlecht gepflegten Ronshäuser Friedhof stimmten jedoch teilweise schon.

Zumindest in den Bereichen, in denen Gras zwischen den einzelnen Gräbern wächst, und in einigen Randbereichen gleicht der Ronshäuser Friedhof zurzeit weniger einer gepflegten letzten Ruhestätte denn einer bunt und üppig vor sich hinwuchernden Blumenwiese.

Wildwuchs neben gepflegten Gräbern: Das ärgert diejenigen, die ihre Gräber in Schuss halten.

Als Begründung für den äußerst naturnahen Zustand einiger Teile der Friedhofsanlage nennt Ronshausens Bürgermeister Markus Becker das anhaltend schlechte Wetter und Personalknappheit im Bauhof der Gemeinde. „Die Trockenperioden waren fürs Mähen längere Zeit leider zu kurz, und als es dann möglich war, mussten wir uns entscheiden, was zuerst drankommt - der Kindergarten oder der Friedhof“, sagt der Rathauschef. Und da seien ihm die Spielmöglichkeiten im Freien für die Kinder zunächst wichtiger gewesen.

Der Anblick des Friedhofs habe aber auch ihn gestört. Deshalb habe er - direkt an seinem ersten Arbeitstag nach dem Urlaub in dieser Woche - den Bauhof beauftragt. Gut die Hälfte des Bereichs sei inzwischen frisch gemäht.

Im Sommer wären allerdings zwei Bauhof-Mitarbeiter für den Badepark abgestellt, die für solche Arbeiten dann fehlten, erklärt Becker. „Und von den drei verbleibenden sind in der Urlaubszeit natürlich auch nicht alle da“, sagt der Verwaltungschef. Da lasse sich leider nicht alles gleichzeitig erledigen. Zudem jetzt auch noch der Sportplatz für die Sportwoche des ESV gemäht werden müsse.

„Schön wäre es ja, wenn die Gemeinde wie in früheren Zeiten noch Ein-Euro-Jobber für diese Arbeiten anstellen dürfte - aber das ist ja leider nicht mehr möglich“, sagt Becker. Sonst würde er gerne eine ganze Kolonne im Dorf beschäftigen, damit alles hübsch ordentlich ist.

Von Peter Gottbehüt

Quelle: HNA

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