Warten auf den Postboten

Warten auf den Postboten: Heinebacher verärgert, weil er keine Briefe bekam

Der tägliche Gang: Gerhard Marquardt schaut in seinen Briefkasten. Vor zwei Wochen blieb der Kasten an mehreren Tagen leer, sagt er. Die Post sagt, dass mehrere kurzfristig Krankheitsmeldungen schuld daran gewesen sind. Fotos: Auel

Heinebach/Bonn. Gerhard Marquardt aus Heinebach hat Ärger mit der Post. Obwohl ihm viele Leute schreiben und der Bote bei ihm regelmäßig etwas einwerfen müsse, bekäme er an manchen Tagen keine Post. Zwischen dem 21. und 26. Januar sei es besonders schlimm gewesen, sagt er.

„Heute gibt es nur Pakete. Für Briefe haben wir keine Zeit, hat der Zusteller vor zwei Wochen gesagt“, berichtet Gerhard Marquardt. Der 67-Jährige richtete sich mit einer Beschwerde an den Kundenservice des Logistikriesen. Personalmangel wegen Krankheitsausfällen, bekam Marquardt gesagt.

Doch das lässt der ehemalige Beamte, der zeitweise selbst bei der Post gearbeitet hat, nicht als Erklärung gelten. „Ich frage mich, wie es sein kann, dass ein so großes Unternehmen wie die Deutsche Post AG nicht in der Lage ist, auf mehrere Personalausfälle zu reagieren“, sagt er. „Busse und Bahnen fahren ja auch, wenn Personal fehlt.“

Im Regelfall könne das die Post auch, stellt Pressesprecher Thomas Kutsch auf Anfrage der HNA klar. In der besagten Woche hätte es allerdings drei kurzfristige Krankmeldungen gegeben. „Da können wir nicht mehr richtig planen“, sagt Kutsch.

Gerhard Marquardt

Das normale Verfahren sieht vor, dass am ersten Tag der Krankmeldung eines Postboten Kollegen aus Nachbarbezirken die Arbeit mit übernehmen. Das Problem: Postboten dürfen nur zehn Stunden und 45 Minuten am Stück arbeiten. Danach müssen sie ihre Tour abbrechen. Ab dem zweiten Tag der Krankmeldung übernehmen Aushilfskräfte den Bezirk des kranken Kollegen.

Postfach ist leer

Dieses System sei durch die drei kurzfristigen Krankmeldungen durcheinandergeraten, erklärt der Sprecher. Die Darstellung, dass dadurch nur Pakete und keine Briefe zugestellt wurden, weist Kutsch zurück.

Stichprobenartig hat die HNA bei fünf Haushalten in Heinebach nachgefragt. Keinem sind im besagten Zeitraum Ungelmäßigkeiten bei der Postzustellung aufgefallen.

Bereits seit vergangenem Sommer ärgert man sich bei der Firma Brassel-Theune in Heinebach über die Post. Das Postfach des Landmaschinenhandels werde zu spät oder an manchen Tagen gar nicht gefüllt. Mehrfach habe sie sich bei der Post beschwert, sagt Mitarbeiterin Gudrun Prokoph. Ohne konkrete Zeitangaben könne er auch keine konkreten Aussagen zu diesem Fall geben, sagte Pressesprecher Thomas Kutsch. Generell gelte: Es gibt Verteilungsschlusszeiten bei Postfächern. Sind die Sendungen bis zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht da, bleiben die Postfächer leer.

Von Juri Aurel

Quelle: HNA

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