Fünf Bebraer Ortsteile arbeiten zusammen an einem Kulturerlebnisweg

Wandern von Dorf zu Dorf

Im Naturschutzgebiet (FFH-Gebiet) am Gasthaus Hohe Buche bei Solz wachsen auf dem Kalkmagerrasen seltene Orchideen: Jetzt blüht in großer Zahl die Orchidee Mücken-Händelwurz. Hier befand sich früher ein Weg, auf dem die Schafe entlanggetrieben wurden, eine Schafdrifte.

Solz/Iba/Gilfershausen/Imshausen/Braunhausen. Ein Kulturerlebnisweg soll in fünf Bebraer Ortsteilen entstehen. Geplant ist, bestehende Wanderwege zu verbinden und die Besonderheiten der Dörfer herauszustellen und zu vermarkten. Sehenswürdigkeiten und geschichts-trächtige Orte sollen beschildert und die Wege auch mit Zeitangaben versehen werden. Verbindendes Element der Dörfer sind die Zeugnisse des ehemaligen Bergbaus, und überall finden sich Naturschutzgebiete.

Entstehen sollen mehrere Rundwege unterschiedlicher Länge. Für jeden Geschmack wolle man etwas anbieten, erklären die Ortsvorsteher Georg Reuß (Solz), Günther Hobert (Iba), Norman Nieborowsky (Gilfershausen), Peter Schweitzer (Imshausen), Eugen Claus (Braunhausen) und vom Nabu Solz Dieter Gothe.

• In Solz zum Beispiel gibt es das Puppenmuseum und die Burgmauer, die Hohe Buche mit den Resten einer alten Segelfliegerschule und den 51. Breitengrad. Dort soll auf einer Höhe von 450 Metern ein Aussichtsturm gebaut werden, von dem aus man ebenso wie vom Gasthaus Hohe Buche aus bis Meißner und Inselsberg sehen kann.

• In Iba gibt es den Naturerlebnisweg, der sich teilweise mit dem Ronshäuser Premiumwanderweg überschneidet. Hier befinden sich auch der Kurfürstenstollen, die Grundmühle und die Gaststätte Friedrichshütte.

• Gilfershausen wurde erstmalig in einer Urkunde des Klosters Hersfeld im Jahre 1239 als „Gilvershusen“ erwähnt. Es gibt hier unter anderem eine sehenswerte Wehrkirche.

• In Braunhausen findet sich die ehemalige Schwerspat-Grube Franziska. Im Stollen lassen sich Fledermäuse beobachten. Hier gab es einmal einen Tunnelkopf und gibt es den Trockenrasen Käsberg.

• In Imshausen sind die Schächte aus der Bergbau-Zeit zwar nicht mehr zugänglich, aber es gibt in dem geschichts-trächtigen Ort das Schloss mit der Stiftung Adam von Trott, den Tannenhof der Kommunität und eine Töpferei.

Vorgesehen ist nach den Worten von Reuß, neben Flyern und einer Broschüre an den Breitenbacher Seen eine Tafel aufzustellen, die auf den Kulturerlebnisweg hinweist. Die Wanderwege von Bebra aus endeten in Gilfershausen, und Zubra ende in Bebra, stellen die fünf Ortsvorsteher fest. Das soll sich ändern. Zusammen wollen sie ihre Dörfer untereinander stärker verbinden – neudeutsch vernetzen – und die Erinnerungskultur pflegen. Dabei ist „Kulturerlebnisweg“ zunächst nur ein Arbeitstitel.

In unmittelbarer Nähe der ehemaligen Segelfliegerschule oberhalb von Solz, deren Grundmauern freigelegt werden sollen, soll ein Aussichtsturm aus Holz gebaut werden. Im unteren Teil soll er eine Ausstellung beherbergen: „Das ist unser Traum“, sagt Georg Reuß.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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