Buchen und Fichten sehen vital aus

Waldbericht: Bäume in Waldhessen haben sich etwas erholt

Hersfeld-Rotenburg. Die Witterung hat es dieses Jahr gut mit dem Wald gemeint. Durch den langen Winter mit reichlich Niederschlag hatten die Bäume Gelegenheit, sich vom Stress der zu trockenen Vorjahre etwas zu erholen. Das zeigt der Waldzustandsbericht Hessen, dessen allgemeinen Ergebnisse sich auch auf den Wald in der Region übertragen lassen.

„Die Buchen und Fichten sehen vitaler aus“, sagt Jens Müller, Leiter des Forstamts Bad Hersfeld. Nach mehreren Jahren mit starker Buchenblüte, die ein Zeichen für eine starke Belastung der Laubbäume ist, haben die Buchen in diesem Sommer nur wenig Frucht getragen. Müllers Rotenburger Kollege Dr. Hans-Werner Führer hat beobachtet, dass die Bäume bis in den September hinein eine nahzu vollständig geschlossenes Laubdach trugen: „Die Buche sah schon sehr gut aus.“

Der gute Zustand macht sich bei der Bewirtschaftung bemerkbar. Da es weniger Schäden an den Bäumen gab, wurden die Einschlagpläne genau eingehalten, sagt Führer. Selbst die Fichte, die besonders unter Trockenheit leidet, hielt dank des feuchten Winters Schädlingen wie dem Borkenkäfer besser stand. „An vitale, voll gesunde Bäume gehen die Käfer normalerweise gar nicht ran“, sagt Führer.

Dennoch wurden im Bereich des Forstamts Bad Hersfeld wieder 2000 Festmeter Fichtenholz mit Käferbefall geschlagen, sagt Müller. Er gibt auch grundsätzlich keine Entwarnung, insbesondere für die Fichte: „Trotz eines guten Jahres ist die Tendenz ungebrochen, die Fichte wird sich aus unseren Wäldern langfristig verabschieden.“ Die Forstämter ersetzen sie bereits durch die robustere Douglasie.

Seit 2004 waren vor allem die Winter deutlich trockener als im Durchschnitt. „Diese ununterbrochene Folge macht sich bemerkbar“, sagt Führer. Dem Boden fehle es an Wasser, was für die etablierten Baumarten Stress bedeute.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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