Mitarbeiter der Rotenburger Friedhofsverwaltung kontrollieren

Kipptester im Einsatz: Aus für wackelnde Grabsteine

Sie haben geprüft: Auszubildender Martin Grünewald und Christine Holl von der Rotenburger Friedhofsverwaltung und Friedhofsgärtner Ralf Hafermas (von links) testeten die Standfestigkeit von Grabmalen auf dem Lispenhäuser Friedhof. Fotos: Schäfer-Marg

Rotenburg. Kontrolle auf dem Friedhof: Martin Grünewald befestigt den Kipptester mit dem dicken Gummifuß an der Oberkannte eines Grabsteines in Lispenhausen. Dann drückt er langsam gegen das Gerät, bis es 300 Newton anzeigt. Diesen Druck muss der Stein aushalten können, ohne sich zu bewegen.

Etwa 430 hochstehende Grabsteine werden die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung, Christine Holl und Auszubildender Martin Grünewald sowie Friedhofsgärtner Ralf Hafermas am Ende ihres Rundgangs überprüft haben.

19 Steine haben den Test nicht bestanden. Sie könnten zur Gefahr für Friedhofsbesucher werden, wenn sie umkippen. Deshalb bekommen die Angehörigen der Verstorbenen bald Post aus dem Rathaus:

Sie müssen die Steine wieder professionell befestigen lassen.

Ein Grabstein wurde von den städtischen Bediensteten sofort umgelegt. Er war nicht festgedübelt und so wackelig, dass er schon gefährlich für Passanten war.

Soviel Druck muss sein: Ein Grabstein muss 300 Newton aushalten.

Einmal im Jahr, kurz nach der Frostperiode, überprüfen die Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung mit dem geeichten Kipptester die Standfestigkeit der Grabsteine. Sie kontrollieren damit, ob die Angehörigen ihrer satzunggemäßen Verpflichtung auf jährliche fachmännische Überprüfung nachgekommen sind.

Ob ein Grabstein standfest ist, sieht man nicht auf den ersten Blick. Alte Steine halten manchmal sogar noch besser als neuere, weil sie nicht nur mit dem Sockel verklebt, sondern durch einen Metallstift verbunden sind, hat Friedhofsgärtner Ralf Hafermas festgestellt. „Es kommt sehr auf die Qualität des Steinmetzes an, wie fest ein Grabstein steht“, weiß er aus langjähriger Erfahrung.

Freunde machen sich die städtischen Mitarbeiter mit ihrer Kontrolle selten: Eine professionelle Befestigung kostet schließlich Geld. Früher hieß es auch oft: „Der Stein war bombenfest, Ihr habt ihn erst losgerüttelt.“

Der Vorwurf greift nicht mehr, seit mit dem Kipptester kontrolliert wird. Der sanfte Druck wirkt nur bei wirklichen Wackelkandidaten.

Auf den städtischen Friedhöfen ist die Kontrolle reine Vorsorge. Noch nie sei jemand durch einen kippenden Grabstein verletzt worden, erklärt Christine Holl. Und das soll so bleiben. Deshalb wird das Team in den nächsten Tagen wieder auf Kontrollrunde gehen.

Quelle: HNA

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