Sperrbezirk um Nentershausen

Vogelgrippe: Keine Entwarnung nach Untersuchung weiterer Vögel

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Die Idylle trügt: Auf dem Gelände des Schwanenteichs bei Nentershausen wurde an Neujahr ein toter Schwan und eine tote Wildente gefunden, die an der Vogelgrippe gestorben waren. Gestern konnte man dort drei quicklebendige Schwäne und viele Enten antreffen.

Nentershausen. Die zwei Fälle von Vogelgrippe halten die Behörden im Kreis in Atem. In einem Drei-Kilometer-Radius um den Fundort wurden die Tiere von Geflügelhaltern untersucht.

Die gute Nachricht zuerst: Nach dem Bekanntwerden von zwei Fällen von Vogelgrippe bei Nentershausen sind die Tiere von Geflügelhaltern in einem Umkreis von drei Kilometern untersucht worden. Das Ergebnis: Das Geflügel zeigt keine Anzeichen des Virus. Es ist gesund. Das teilte der Pressesprecher des Landkreises, Dirk Herrmann, auf Anfrage unserer Zeitung mit.

Von Entwarnung könne dennoch keine Rede sein, betonte Herrmann. Die Gefahr einer Ansteckung mit dem Virus sei nach wie vor gegeben. Deshalb sei es sehr wichtig, dass alle Vorsichtsmaßnahmen genau eingehalten würden, um zu verhindern, dass sich Tierbestände infizieren.

Stallpflicht missachtet

Die Veterinäre des Landkreises haben einige Verstöße gegen die Stallpflicht oder fehlende Desinfektionsmöglichkeiten festgestellt. „Es gilt jetzt, die Einschleppung des Virus in Geflügelbestände zu verhindern. Wir sprechen hier derzeit nicht mehr von einer nur theoretischen Gefahr. Wir appellieren an alle Geflügelhalter, die Stallpflicht ernst zu nehmen und alle Maßnahmen zur Hygiene einzuhalten“, betonte Amtsleiter Dr. Thomas Berge.

Bei einem verendeten Schwan und einer toten Wildente am Schwanenteich am Ortsrand von Nentershausen war das Vogelgrippe-Virus vom Typ H5N8 nachgewiesen worden - wir berichteten. Die toten Tiere waren an Neujahr von einem Bürger gefunden worden,

Siebter Fall in Hessen

Der Schwan und die Wildente sind der siebte bestätigte Fall des aktuellen Vogelgrippeerregers in Hessen. Dabei handelte es sich um sieben Wildvögel und einen Vogel aus dem Opel-Zoo. Die landesweite Stallpflicht sowie das Verbot von Geflügelausstellungen gelten weiterhin. Dadurch werden Kontakte von Hausgeflügel mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen und somit mögliche Infektionen vermieden.

Die Veterinärbehörde des Landkreises hat um den Fundort bei Nentershausen einen Sperrbezirk mit einem Radius von einem Kilometer eingerichtet, und ein Beobachtungsgebiet mit einem Radius von drei Kilometern.

Die Bevölkerung wird unter anderem mit Schildern an den Hauptstraßen Richtung Nentershausen informiert: Auf diesem Schild an der Kreisgrenze steht „Wildvogelgeflügelpest-Sperrbezirk“.

Alle Geflügelhalter in dem Bereich sind vom Veterinäramt informiert und besucht worden. „Auch bei uns war ein Veterinär und hat sich unsere Hühner genau angeschaut“, erzählt ein Halter aus Nentershausen, der seinen Namen nicht nennen möchte. Die Tiere müssen im Stall bleiben. „Beim Betreten des Stalles müssen wir jetzt unsere Stiefel desinfizieren“, erzählt der Halter weiter.

Die Krankheit sieht man

Die Krankheit kann man tatsächlich sehen, berichtete der Pressesprecher des Landkreises. Die Tiere plustern sich auf, setzen sich bewegungsarm in die Ecke und die Eier sind verformt. Proben werden nur im Verdachtsfall genommen. Das war bislang nicht nötig.

Kontakt: Menschen, die auffällige oder tote Wildvögel - also Enten oder Greifvögel - finden, sollten sich beim Veterinäramt unter Telefon 06621/87-2302 melden. Bei Singvögeln ist das nicht nötig.

Mehr darüber, wie gefährlich das Virus für Menschen ist, und dass auch Katzen und Hunde im Sperrbezirk nicht mehr frei laufen dürfen, lesen Sie in der gedruckten Mittwochausgabe und im E-Paper.

 

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