Eingespartes Geld soll in restliche Plätze fließen, um deren Attraktivität zu steigern

Aus für vier Spielplätze

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Spielplatz Hinter dem Finanzamt: Er soll geschlossen werden, das Grundstück gegen Höchstgebot verkauft. Das Geld aus den Erlösen von zwei Spielplätzen soll in die übrigen städtischen Spielplätze fließen.

Rotenburg. Die Stadt Rotenburg wird vier Spielplätze im Stadtgebiet nicht mehr weiterbetreiben, die Zukunft des Dankeröder Platzes ist noch offen. Im Gegenzug sollen vorhandene Spielpätze aufgewertet und attraktiver gestaltet werden.

Das sieht ein Konzept vor, das die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Mittwoch mit den Stimmen von CDU und UBR verabschiedet haben. Die SPD votierte dagegen.

Der Abstimmung ging eine heftige Debatte voraus, die in einer Sitzungsunterbrechung gipfelte. Die SPD-Fraktion und auch die Mehrheit des Sozialausschusses, der am Montag über das Konzept beraten hatte, waren dafür, noch einmal im Ausschuss zu beraten, also noch nicht am Mittwoch darüber abzustimmen.

Bürgermeister Christian Grunwald hatte schon im Ausschuss und zu Beginn der Parlamentsdebatte darauf hingewiesen, dass das Konzept noch geändert werden könne. Es stelle lediglich einen Weg dar, wie zukünftig mit den Spielplätzen umgegangen werden könne. Ziel sei es, diese Plätze attraktiv und bedarfsgerecht zu gestalten, damit sie von Kindern gern besucht werden. Das Konzept war auf Antrag der CDU-Fraktion von der Verwaltung erarbeitet worden.

Alle 18 Plätze im Stadtgebiet zu erhalten und dazu deren Attraktivität zu erhöhen, sei aus Kostengründen nicht möglich, machte UBR-Sprecher Hartmut Grünewald deutlich. Allein 52 000 Euro seien zur Instandsetzung der Plätze nötig, die nun geschlossen werden sollten und die seiner Ansicht nach nicht gebraucht werden. Außerdem würden jährlich über 9000 Euro für Pflege fällig.

Die Bedeutung von Spielplätzen habe sich gravierend geändert, sagte er und verwies auf heute dominierende Computerspiele, außerdem auf längere Aufenthalte der Kinder in Kindertagesstätten und Schulen. Deshalb sei es sinnvoller, weniger größere, wirklich attraktive Plätze zu gestalten, die auch als Ausflugsziele für die Familie dienen könnten, meinte Grünewald und verwies zum Beispiel auf das Gelände am Wildgehege.

CDU-Fraktionsvorsitzender Jonas Rudolph unterstützte Grünewalds Argumentation. Beide versprachen sich von einer weiteren Beratung im Ausschuss keine neuen Erkenntnisse.

Volker Willing, Ausschussvorsitzender und stellvertretender SPD-Fraktionsvorsitzender, sah das ganz anders: Man dürfe nicht einfach aufgeben, was für viel Geld geschaffen wurde, meinte er. Die Spielplätze Hinter dem Finanzamt und an der Ludwigstraße würden gut genutzt, vor allem von kleinen Kindern. Die könnten schon aus Sicherheitsgründen nicht einfach mal vom Finanzgärtchen zum Spielplatz im Schlosspark wechseln.

„Bitter enttäuscht“ war Willings Fraktionskollege Markus Vöckel davon, wie schnell in Rotenburg Spielplätze dicht gemacht würden. Dass die Empfehlung des Sozialausschusses nicht akzeptiert wurde, wertete er als Affront gegen dieses Gremium.

Nach einer Sitzungsunterbrechung, die die CDU beantragt hatte, wurde das Konzept beschlossen - und aus den Reihen der SPD mit einem ironischen „Das ist das kinderfreundliche Rotenburg“ kommentiert.

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Von Silke Schäfer-Marg

Quelle: HNA

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