Karl-Heinz Sonntag kennt die alten Sagen über seinen Heimatort Schwarzenhasel

Alte Sagen über Schwarzenhasel: Es war vor vielen Jahren

Sagenumwobener Ort: Karl-Heinz Sonntag kennt die Sagen rund um seinen Heimatort Schwarzenhasel noch aus seiner Kindheit. Für die Ortschronik hat er sich wissenschaftlich mit den Geschichten beschäftigt. Foto: Verena Koch

Schwarzenhasel. Tanzende Hexen, versinkende Bauern und schwarze Katzen – die Sagen über Schwarzenhasel sind nicht nur schaurig, sie erinnern auch an die Vergangenheit des Rotenburger Ortsteils. „Sagen sind immer an einen Ort gebunden“, sagt Karl-Heinz Sonntag.

Zusammen mit Ingrid Waldeck vom Geschichtsverein Bad Hersfeld hat er die alten Geschichten nun vorgestellt. Während die Vereinsvorsitzende den Ursprung der Schwarzenhaseler Sagen erklärte, erzählte Sonntag die Geschichten von unheimlicher Großmutter, versunkenem Bauer und der Hexe als Katze. „Für die gibt es wissenschaftliche Erklärungen“, sagt der Rentner, „Sagen sind keine esoterische Sache.“

Aus den Kindertagen

Die Sagen kennt der 64-Jährige noch aus seinen Kindertagen. „Als es noch keinen Fernseher gab, wurden eben Geschichten erzählt“, sagt Sonntag. Heute seien die Sagen rund um den Alheimer nicht mehr so bekannt. Die teils schaurigen Geschichten über seinen Heimatort hat Sonntag mit einer Gruppe vor einem Jahr für die Ortschronik zusammengetragen.

„Manchmal werden die Sagen beim Erzählen etwas ausgeschmückt“, weiß der Rentner. Außerdem werden ähnliche Sagen an unterschiedlichen Orten erzählt. Eine davon ist die Sage vom versunkenen Bauer: Vor vielen, vielen Jahren wollte ein Bauer aus Schwarzenhasel von der Arbeit im Wald nach Hause fahren. Sein Wagen war schwer mit Holz beladen. In stockfinsterer Nacht fuhr er durch den in der Nähe gelegenen Leutebach und versank.

„Viele Sagen haben einen wahren Kern“, sagt Sonntag. Der versunkene Bauer erinnert vermutlich an einen verlassenen Hof in der Gegend. Beweise dafür lassen sich heute allerdings nicht mehr finden. „Durch das mündliche Weitergeben, sind die Texte immer im Gedächtnis der Menschen geblieben“, sagt der 64-Jährige.

Geister-Geschichten

Auch eine Erklärung für Geister-Geschichten hat Sonntag: Gewitter. „So richtig gesehen hat einen Geist ja noch keiner“, sagt der Rentner. Die Leute haben das Gewitter gehört und Angst bekommen. „Die Fantasie hat dann den Rest dazu getan.“

Je kürzer, desto älter

In der Regel gilt für Sagen: „Je kürzer, desto älter“, sagt Sonntag. Die Geschichten, die sich um Schwarzenhasel ranken, sind alle ungefähr gleich lang. „Da kann ich nicht sagen, welche die älteste ist“, sagt der Rentner. Eine Lieblings-Sage hat er nicht: „Mir ist eine so wertvoll wie die andere.“

Von Verena Koch

Quelle: HNA

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