Rotenburger Standort soll Anfang 2016 schließen

Ministerium bleibt beim Nein zur Alheimer-Kaserne

Rotenburg. Die Rotenburger Stadtverordneten sind abgeblitzt: Das Verteidigungsministerium hat ihre Resolution, mit der sie noch einmal für den Erhalt der Alheimer-Kaserne geworben haben, in einem kurzen Schreiben zurückgewiesen. Es bleibe dabei: Der Standort werde geschlossen.

Verteidigungsminister Thomas de Maizière ließ Referatsleiter Heribert Brauckmann auf das Schreiben aus Rotenburg antworten. Bürgermeister Christian Grunwald verlas am Donnerstagabend während der Stadtverordnetenversammlung den Brief, in dem die bekannten Argumente des Ministeriums wiederholt werden.

Erneut wurde erklärt, dass die Entscheidung auf dem komplexen Stationierungskonzept vom Oktober 2011 beruhe, in das Aspekte wie Funktionalität, Kosten, Attraktivität und Präsenz in der Fläche eingeflossen seien. „Eine erneute grundsätzliche Überprüfung der Stationierungsentscheidung würde zu keinem anderen Ergebnis führen“, ist sich Referatsleiter Brauckmann bereits vor einer Überprüfung sicher.

Schmerzliche Entscheidung

Jede Auflösung von Truppenteilen und Dienststellen sei schmerzlich für die Soldaten, die Mitarbeiter, die Angehörigen und die Region. „Dafür habe ich großes Verständnis. Dennoch war diese Entscheidung unvermeidlich“, schreibt Brauckmann.

Er erklärte noch einmal, dass die Alheimer-Kaserne im ersten Quartal 2016 „zur Schließung vorgesehen ist“. Für die Frage, was in Zukunft mit dem Kasernengelände geschehen soll, ist der zeitliche Horizont des Bundeswehr-Abzugs von großer Bedeutung.

Zumindest der Bundesrechnungshof wird noch einmal ein Auge auf die Entscheidung werfen, die Rotenburger Kaserne dicht zu machen. Das erklärte Stadtverordnetenvorsteher Klaus Troch. Der Rechnungshof, der die Wirtschaftlichkeit des Bundes prüft, habe die Hinweise aus Rotenburg zur Schließung der Alheimer-Kaserne „mit Interesse zur Kenntnis genommen“. Kritik hat es insbesondere daran gegeben, dass in den vergangenen Jahren ein zweistelliger Millionenbetrag investiert wurde, um die Kaserne nun zu schließen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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