Abschlussfeier der Absolventen der Hochschule für Finanzen und Rechtspflege

Verstärkung für Justitia

Die Rechtspflegerprüfung haben drei Kandidatinnen aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg bestanden, von links: Stephanie Behrens-Schütt aus Rotenburg, René Hüllermeier aus Richelsdorf und Pia Herwig aus Weiterode. Foto: Vöckel

ROTENBURG. Die Gerichte und Staatsanwaltschaften in Hessen und Thüringen erhalten Verstärkung: 53 Rechtspfleger beginnen in den nächsten Tagen ihren Dienst. Die neuen Mitarbeiter sind ausgebildete Justizinspektoren. Sie haben in der Hessischen Hochschule für Finanzen und Rechtspflege in Rotenburg die Laufbahnprüfung für den gehobenen Beamtendienst bestanden.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der dreijährigen Ausbildung erwarben sie zugleich die Berufsbezeichnung Diplom-Rechtspfleger. Die Zertifikate für die Qualifikation erhielten die Justizinspektoren in der Diplomierungsfeier im Auditorium Maximum der Hochschule vom Staatssekretär im Hessischen Ministerium der Justiz, für Integration und Europa, Dr. Rudolf Kriszeleit, überreicht.

„Sie werden verantwortungsvolle Aufgaben übernehmen“, sagte der Staatssekretär in der Festansprache. Die Justiz sei nicht nur von Richtern geprägt. Eine zentrale Rolle spielten die Rechtspfleger. Die seien in ihrer Funktion unabhängig und nur an Recht und Gesetz gebunden. Bei der Rechtsfindung müssten sie sich keinen Weisungen anderer Personen unterwerfen. Vom ersten Tag ihrer Tätigkeit an, würden die Rechtspfleger mit sachlicher Unabhängigkeit in voller Eigenverantwortlichkeit entscheiden.

Standort wird ausgebaut

Kriszeleit betonte die hohe fachliche Qualifikation der Absolventen nach Abschluss des Studiums an der Hochschule in Rotenburg: „Wir möchten diese Fachkompetenzen, die fundierte Kenntnisse in vielen Kernbereichen des materiellen Rechts einschließt, in Hessen bestmöglich einsetzen.“ Der Justizstaatssekretär sprach sich für den Standort Rotenburg als Bildungsstätte des Landes Hessen aus. An dem werde weder gerüttelt noch geschüttelt, der solle ausgebaut werden.

Dank an die Ausbilder

Kriszeleit dankte den Lehrkräften und den Ausbildern für ihren Einsatz: „Es ist ihr Verdienst, dass Jahr für Jahr so viele exzellent ausgebildete Kollegen in den Rechtspflegerdienst der Bundesländer Hessen und Thüringen aufgenommen werden.“

Für Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt ist Justitia nicht blind. „Sie hat die Augen verbunden, um unabhängig urteilen zu können.“ Das wünschte der Landrat auch den neuen Rechtspflegern. „Für sie geht heute ein drei Jahre dauerndes anspruchsvolles duales Studium zu Ende.“ Der Direktor des Studienzentrums Rotenburg, Rektor Professor Lothar Seitz, gratulierte den Absolventen zum bestandenen Examen. Sie würden sich nun in vielen Rechtsgebieten auskennen, vom Betreuungsrecht bis zur Zwangsverwaltung. Um auch im Beruf stets auf dem Laufenden zu bleiben, sollten sie aber die Fort- und Weiterbildung nicht vernachlässigen. Der Direktor zitierte den britischen Komponisten Benjamin Britten: „Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Sobald man aufhört, treibt man zurück.“ (zvk)

Quelle: HNA

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