Lesung im „be!“ am Montag

Verrückt sein ist normal: Bebraer Autorin Diana Fey veröffentlicht viertes Buch

Hofft, dass auch ihr neues Buch beim Leser gut ankommt: Die Autorin Diana Fey stammt aus Bebra, lebt aber mittlerweile auf einem großen Bauernhof in Bayern. Für eine Lesung am 5. September kehrt sie in die alte Heimat zurück. Foto:  Faust

Bebra. Die Bebranerin Diana Fey ist 36 Jahre alt und schaut bereits auf eine bewegte Vergangenheit zurück. Jetzt hat sie ein Buch darüber geschrieben - mit dem Fazit: Verrückt sein ist normal.

Diana Fey lacht strahlend in die Kamera. Auf den ersten Blick erinnert nichts an die kräftezehrenden inneren Konflikte, die die 36-Jährige über große Teile ihres Lebens mit sich selbst ausgetragen hat. Nachdem Fey, in Bad Hersfeld geboren, ihre einstige Essstörung besiegt und im Sachbuch „Kotzt du noch oder lebst du schon“ verarbeitet hat, kommt jetzt der Nachfolger. In „Wie viel verrückt ist noch normal?“ schreibt Fey über Zwangsneurosen.

„Die hat jeder. Wir alle kennen diese Stimme im Kopf, die uns plötzlich dazu nötigt, Dinge zu tun, die für Außenstehende völlig verrückt wirken“, sagt Fey. Wie das kommt, glaubt sie herausgefunden zu haben: „Man versucht in diesen Momenten, schlechte Gefühle mit einer zwanghaften Handlung zu überspielen. Bevor das schiefgeht, sollte man lieber in allem das Positive sehen.“ Fey ist überzeugt davon, dass es eine vollkommene Normalität nicht gibt. Viel zu oft versuche der Mensch, den Vorgaben und Ansprüchen der Gesellschaft gerecht zu werden. Sie rät: „Lasst euch nicht alles gefallen. Tut das, worauf ihr Lust habt.“

Film in Arbeit

Das neue Sachbuch „Wie viel verrückt ist noch normal?“ ist ab sofort erhältlich. Fey ist seit 2012 als Autorin tätig, hat seitdem in jedem Jahr ein Buch veröffentlicht. Die Verfilmung ihres ersten Sachbuchs „Kotzt du noch oder lebst du schon?“ ist derzeit in Arbeit. Die Bebranerin führt dem Leser in ihrem vierten Werk die Macht der eigenen Gedanken vor Augen. Grundsätzlich schreibt Fey mit viel Humor. Anhand ihrer Autobiografie erklärt sie, wie es ist, wenn der Kopf zwanghaft die Führung übernimmt und die Menschen zu willenlosen Marionetten werden lässt.

Wie schon bei der Bulimie thematisiert Diana Fey Zwangsneurosen anhand eigener Erfahrung. Sie sagt: „Das fertige Buch stellt meine Lebensgeschichte schonungslos vor. Das wirkt an manchen Stellen wahrscheinlich sehr befremdlich.“

Zum Beispiel, als sie eines Nachts im Schlafanzug vor der Haustür ihrer Eltern in Bebra steht - nach einem Streit mit dem Ehemann völlig verheult, den Sohn auf dem Arm. Todes- und Verlustängste, die sie beinahe „verrückt gemacht“ hätten, bekämpfte Diana Fey jahrelang zwanghaft: „Ich habe in der Grundschule geglaubt, dass mich nur fünfmaliges Händewaschen oder Türenschließen retten kann, da überall Krankheitserreger lauerten. Der Zwang sicherte scheinbar mein Überleben, während die Bulimie mich töten wollte“, sagt sie. Immer wieder habe sie versucht, sich anzupassen und alles besonders richtig zu machen - ein Versuch, der letztendlich völlig misslang.

Putzzwang ist geblieben

Seit zwei Jahren ist Fey von beiden Erkrankungen geheilt. Trotzdem haben sie Spuren hinterlassen. Noch immer sei sie ein sehr penibler Mensch. Geputzt wird in der eigenen Wohnung jeden Tag.

• Bei einer Autorenlesung am Montag, 5. September, im Einkaufszentrum „das be!“ in Bebra können alle Interessierten Diana Fey ab 19 Uhr persönlich kennenlernen. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

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