Verein will Lokschuppen übernehmen und sanieren

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Abgabe der Bewerbung um den Lokschuppen: von links Marco Zobel als Vertreter der Stadt, rechts Patrick Schuster vom Bauamt sowie vom Förderverein Wolf-Dietrich von Verschuer, Andreas Wittich und Heinrich Winter. Foto:  Schankweiler-Ziermann

Bebra. Für den symbolischen Preis von einem Euro bewirbt sich der Förderverein Industriedenkmal Bahnhof Bebra um die Übernahme des historischen Lokschuppens II.

Die Stadt will den in ihrem Besitz befindlichen und derzeit baufälligen Lokschuppen abgeben, heute endet die Bewerbungsfrist. Bislang ist kein weiterer Bewerber bekannt.

Nach den Worten von Wolf-Dietrich von Verschuer vom Förderverein, der gestern zusammen mit Heinrich Winter und Andreas Wittich vor der Kulisse des Lokschuppens die Bewerbung an Hauptamtsleiter Marco Zobel überreichte, sieht sich der Verein in der Lage, bis Mitte November das Gebäude statisch zu sichern. Das heißt, Pfeiler und Torstürze zu stabilisieren sowie Dachstuhl und Dachhaut zu erneuern. Man rechnet mit 86 000 Euro, die vom Verein aufgebracht werden müssen, eventuell auch durch Unternehmen, Einzelpersonen oder Finanzinstitute.

Der Lokschuppen soll zunächst als sogenannter Kaltbau grundsaniert werden, erklärte Heinrich Winter. So ist zum Beispiel eine Heizung zunächst nicht vorgesehen. Es werde aber darauf geachtet, dass später ein weiterer Ausbau möglich ist.

Vorrangig soll auch der Schornstein gesichert werden. Geplant ist, ihn beleuchtet als Werbeträger zu verpachten. Das Kesselhaus soll erst später saniert werden und bis dahin als Lager und dem Verein dienen. Künftig könnte das Kesselhaus nach den Vorstellungen des Vereins als bewirtschafteter Veranstaltungsraum mit Clubcharakter dienen.

Für das Projekt steht Geld der EU aus dem Europäischen Fonds für Regionalentwicklung (EFRE) in Höhe von 200 000 Euro zur Verfügung. 114 000 Euro sollen von Stadtumbaumitteln der Stadt Bebra kommen.

Von Verschuer betonte jedoch, dass der Verein für eventuelle Altlasten keine Verantwortung übernehmen könne. Vereinsmitglied und Rechtsanwalt Andreas Wittich erklärte, dieser Punkt müsse mit der Stadt noch geklärt werden.

Mit einer Entscheidung, ob die Stadt den Lokschuppen II an den Förderverein abgeben wird, ist erst nach der nächsten Stadtverordnetenversammlung am 22. Mai zu rechnen. Baubeginn soll dann schon Anfang August sein. Ein Monat zuvor muss gegenüber der Stadt die Sicherstellung der Gesamtfinanzierung nachgewiesen werden.

Nutzung: Antikmarkt bis Bibermesse

Sobald der Lokschuppen als Kaltbau fertiggestellt und freigegeben ist, sollen Veranstaltungen im und vor dem Lokschuppen Einnahmen bringen, mit denen weitere Sanierungsschritte finanziert werden können. Vorschläge sind:

• ein Antikmarkt von April bis Oktober monatlich - ein Interessent ist vorhanden

• Dampflokfest - Organisationsteam vorhanden

• Bibermesse

• Sommer-Musik-Festival Biber-Rave

• Weihnachtsmarkt

• Kirmes mit Festzug, der am Lokschuppen endet.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

Quelle: HNA

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