Mit ehrenamtlichem Engagement mischt Ellis Saal seit 15 Jahren die Kulturszene in der Region auf

Ein Verein im Showgeschäft

Ein Saal und sein Team: Die aktiven Mitglieder des Kulturvereins Ellis Saal haben es sich zur Aufgabe gemacht, den Saal für Weiterode zu erhalten und ihn als Adresse für Kulturveranstaltungen in der ganzen Region bekannt zu machen. Es ist gelungen. Fotos. Apel

Weiterode. Es sollte der Knaller der Festwoche werden. Aber dann musste Karl Dall ins Krankenhaus. Es lief trotzdem alles gut – typisch Ellis Saal. Seit über 15 Jahren mischt der Weiteröder Kulturverein mit großem ehrenamtlichen Engagement die Szene in der Region auf.

Der Einsatz war auch nötig, als die von den Weiterödern einfach nur Elli genannte Elisabeth Holzhauer vor 16 Jahren entschied, die von den Großeltern eröffnete Gastwirtschaft „Zur Linde“ mit ihrem Saal zu schließen. Damit verlor nicht nur der Mandolinenverein seinen Probenraum. Auch andere Vereine standen plötzlich ohne Zuhause da. Damals wie heute verfügte der größte Bebraer Stadtteil über kein Dorfgemeinschaftshaus.

In dieser Situation kamen Menschen, denen Dorfkultur und Heimat etwas bedeuten, auf die Idee, einen Verein zu gründen. Er sollte sich um das Bauensemble kümmern und vor allem dafür sorgen, dass Ellis Saal Mittelpunkt des öffentlichen Lebens bleibt. Man stellte sich sogar vor, dass er sich zum Kulturzentrum für die ganze Region entwickelt.

Gesagt, getan, und bald nach der Gründungsversammlung am 19. Mai 1998 traten die ersten Künstler auf: das thüringische Duo „Reichert & Reichert“ und das Weiteröder Mandolinenorchester.

Saal wird renoviert

Nachdem die Bebraer Stadtverordneten am 3. November 1999 entschieden hatten, die in städtisches Eigentum übergegangenen Gebäude zu sanieren, halfen Vereinsmitglieder bei allen nur denkbaren Arbeiten mit. Noch heute müssen Hans Holstein und Hermann Riesenberger schmunzeln, wenn sie ein Foto betrachten, auf dem sie mit Atemschutzmasken und weißen T-Shirts, die vor Staub dunkelgrau waren, zu sehen sind. Beim Herausreißen der alten Dielen hatten sie den von Dampflokomotiven verbreiteten Ruß aufgewirbelt. Er war durch das nicht isolierte Dach in den Saal eingedrungen und hatte sich unter den Dielen abgesetzt.

Nach Grundsteinlegung und Richtfest wurde der von Grund auf erneuerte Saal am zweiten November-Wochenende 2001 wiedereröffnet. Einmal mehr – und nicht zum letzten Mal – sorgten die Sänger von Total Vocal für beste Stimmung. Und nicht nur sie unterstrichen in den darauf folgenden Jahren, dass Ellis Saal mit seiner guten Akustik der Ort für Musik, Comedy und Kabarett ist.

Irische Weiteröder

Fast schon Bahnbrechendes leisteten die Macher um den seit 2007 amtierenden Vorsitzenden Klaus Wittich, als sie 2008 zum ersten Irish-Spring-Festival einluden und für Begeisterungsstürme sorgten. 2011 kam sogar der Rundfunk und übertrug Weiteröder Whiskey-Stimmung in alle Welt. Und seit diesem Jahr verfügt der Verein sogar über eine eigene Irish-Dance-Gruppe: die von Stefanie Gunkel geleiteten und aus 20 Tänzerinnen bestehenden Celtic Ellis.

Von Wilfried Apel

Quelle: HNA

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