Ursula von der Leyen bleibt beim Aus für die Alheimer-Kaserne

Wird 2016 geschlossen: die Alheimer-Kaserne in Rotenburg. Archivfoto: Juri Auel

Rotenburg. Das Verteidigungsministerium hält daran fest, die Alheimer-Kaserne in Rotenburg zu schließen. Darüber kommt es nun zum Streit zwischen Politikern im Landkreis.

„Bundesministerin Ursula von der Leyen hat mir mitgeteilt, dass ihr Haus daran nicht mehr rütteln wird“, teilt Europaminister Michael Roth (SPD, Heringen) mit.

Er sehe keine Anzeichen, dass die für 2016 geplante Schließung des Bundeswehrstandorts rückgängig gemacht werden könnte. „Ein schwerer Schlag für unsere Region, der nicht durch Argumente in der Sache begründet werden kann“, kommentiert Roth. Er widerspricht damit auch dem Rotenburger Bürgermeister Christian Grunwald (CDU), der kürzlich von einem „Signal der Wertschätzung unserer Bemühungen“ um den Erhalt der Kaserne gesprochen hatte.

Aktualisiert um 14 Uhr

Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Volker Wieker, habe am Dienstag nochmals bekräftigt, die Kaserne zu schließen. „Daran kann auch der reichlich späte Einsatz der hiesigen CDU nichts mehr ändern“, sagt Roth. „Diejenigen, die jahrelang nichts unternommen haben, als es galt zu handeln, werden erst jetzt aktiv, wo es viel zu spät ist.“

Diese Kritik will Grunwald nicht kommentieren. Er hat sich zuletzt mit seinem Alheimer Kollege Georg Lüdtke (SPD) verstärkt für die Kaserne eingesetzt. Daran würden sie trotz der erneuten Absage durch von der Leyen festhalten, sagt Grunwald auf Anfrage: „Diese Information ändert nichts an unserem gemeinsamen geplanten Vorgehen.“ Er und Lüdtke haben den Bundesrechnungshofs und den Wehrbeauftragten des Bundestags gebeten, die Kasernenschließung noch einmal zu überprüfen (wir berichteten).

Auch der Bundestagsabgeordnete Helmut Heiderich (CDU) will noch nicht aufgeben. Viele marode Kasernen müssten teuer saniert werden, was die Bewertung noch einmal ändern könnte: „Man muss die Flinte noch nicht ins Korn schmeißen, sondern am Ball bleiben.“

Schließung wäre Steuerverschwendung

Einig sind sich die Politiker aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, dass die Schließung der Alheimer-Kaserne eine Verschwendung von Steuergeld ist. Der damalige Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) hatte die Entscheidung im Herbst 2011 gefällt. Da steckte die Kaserne mitten in einer teuren Sanierung, die zum Großteil abgeschlossen ist. Das Verteidigungsministerium spricht von 27,5 Millionen Euro, andere Quellen nennen über 40 Millionen Euro. Andere Standorte wie die Kaserne in Frankenberg/Eder, die bestehen bleiben, sind marode und müssen erst noch saniert werden. Laut Medienberichten dürfte das fast eine halbe Milliarde Euro kosten.

Von Marcus Janz 

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Quelle: HNA

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