Kripo Ermittelt

Ursache für Feuer am Biergarten nicht gefunden

Rotenburg. Die Ursache des Feuers von Sonntagnacht in der Rotenburger Neustadt ist noch nicht geklärt. Brandursachenermittler Jürgen Schade von der Kriminalpolizei Bad Hersfeld hat am Montag die Untersuchung aufgenommen. Derweil wurden alle Verletzten aus dem Krankenhaus entlassen.

Klar sei, dass das Feuer in dem Durchgang zu Hollenbachs Biergarten ausgebrochen ist, erklärte Schade - ob es ein technischer Defekt, Brandstiftung oder eine andere Ursache war, müssten die weiteren Ermittlungen zeigen.

Den Bewohnern geht es zumindest körperlich wieder gut: Die drei Bewohner des Fachwerkhauses, die nach dem Feuer ins Kreiskrankenhaus kamen, wurden am Montag entlassen. Bei ihnen wurde eine schwere Rauchvergiftung diagnostiziert. Schäden sollen aber nicht bleiben, sagte eine Bewohnerin unserer Zeitung.

Die drei hatten am Sonntag kurz ihre Wohnungen besucht, um ein paar Unterlagen zu holen. So war die Fehlinformation entstanden, sie hätten das Krankenhaus bereits verlassen. Nun sind sie tatsächlich raus - aber zu Hause sind sie noch lange nicht. Vorerst finden sie bei Freunden Unterschlupf. Denn ihre Wohnungen sind unbewohnbar.

Dafür haben Flammen, Rauch und Löschwasser gesorgt. Besonders schlimm sieht es rund um den Durchgang zum früheren Biergarten Hollenbach aus, wo das Feuer entstanden ist. Dort schlugen Sonntagnacht die Flammen heraus, griffen auf das Obergeschoss und den hinteren Anbau über. Wo einst die Theke war, liegen nun zerbrochene Dachziegel, Scherben von Bierkrügen und Bruchstücke von verkohltem Holz.

Doch nicht nur das Querhaus wurde in Mitleidenschaft gezogen. Die Flammen griffen auch auf den Dachstuhl des Seitenflügels über, in dem sich zwei Wohnungen befinden. Ein Teil des Daches wurde bei den Löscharbeiten abgedeckt, das Wasser tropfte nach und nach in die Wohnräume darunter.

So müssen auch Anatoli Neufeld und Manuel Heußner vorerst bei Freunden unterkommen, zumal der Strom im ganzen Haus abgestellt ist. Für Freitag sei ein Termin mit der Versicherung angesetzt. Erst danach werde entschieden, wie es weitergeht.

Für die beiden ist das zusätzlich problematisch, weil sie in dem Gebäude an der Poststraße nicht nur wohnen, sondern auch arbeiten. Die Fachwerk-Studios haben dort ihren Sitz. In ihren Wohnungen bearbeiten die kreativen jungen Männer Kundenaufträge, bereiten Auftritte als DJs vor und bearbeiten Musik.

Samstagnacht waren Heußner und Neufeld in Marburg bei einem dieser Auftritte. Erst am Sonntagnachmittag kamen sie nach Hause zurück. Sie hatten zwar vom Brand erfahren, aber dass die Haustür weit offen stand, hat sie doch überrascht. „Da hätte einfach jemand reingehen und unsere Sachen klauen können“, sagt Heußner.

Bilder vom Brand in Rotenburg

Fachwerkhaus brannte in Rotenburg

Selbst betreten durften sie ihre Wohnungen aber nicht. Die Polizei hatte das Haus beschlagnahmt, bis die Brandursachenermittler ihre Arbeit gemacht haben. Gerade von der Polizei fühlten sich Heußner und Neufeld in dieser Situation allein gelassen: „Es war keiner da, der einem was sagen konnte.“ Und bis alles wieder auf die Reihe kommt, wird es noch ein paar Tage dauern.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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