Interview: Rotenburger Reisewelt veranstaltet erste Messe – Schwerpunkt Kreuzfahrt

Urlaub auf dem Schiff

Stilechte Dekoration für die erste Reisemesse in Rotenburg: Geschäftsführer Ellen Persch und Oliver Schmidt vom Tui-Reisecenter „Rotenburger Reisewelt“ mit einem original Rettungsring von der Nordseeküste. Foto: Schäfer-Marg

Rotenburg. Dass Reisefachleute Neuland betreten, sollte nichts Ungewöhnliches sein. Dennoch bleibt ein wenig Aufregung, denn Ellen Persch und Oliver Schmidt, die Geschäftsführer der „Rotenburger Reisewelt“, wagen zum ersten Mal, eine Messe auf die Beine zu stellen. Die Reisemesse mit dem Schwerpunkt Kreuzfahrt findet am Sonntag, 31. Januar, von 11 bis 17 Uhr im Bürgersaal am Rotenburger Bahnhof statt. Wir sprachen mit den beiden Geschäftsleuten.

Herr Schmidt, Frau Persch, der typische Kreuzfahrer ist um die 60 Jahre alt, wohlhabend und schätzt gediegenes Ambiente. Richtig?

Oliver Schmidt: Ganz falsch. Den typischen Kreuzfahrer gibt es schon lange nicht mehr. Mit dem Schiff reisen heute Familien mit kleinen und großen Kindern, Paare und Singles jeden Alters.

Ellen Persch: Früher gab es das tatsächlich. Man versuchte, mit Kleidung Staat zu machen, man trug schon mal Abendkleid und Smoking. Aber heute ist alles zwanglos und leger. Man kann, muss sich aber nicht „fein“ machen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, eine Messe mit diesem Schwerpunkt zu organisieren?

Schmidt. Angefangen hatte es mit unseren Kunden-Abenden. Als wir da erstmals das Thema Kreuzfahrten hatten, war der Zulauf einfach irre. Persch: Und dabei hatten wir damals nur einen Anbieter vorgestellt. Aber weil es so viele gibt, haben wir uns gesagt: Wir probieren eine richtige Messe aus.

Was erwartet denn die Besucher?

Persch: Wir haben uns überlegt, was zum Thema Kreuzfahrten passt und sind schnell auf den Norden und das Meer gekommen. Deshalb gibt es zum Beispiel neben Kaffee und Kuchen frische Fischbrötchen und Musik vom Shanty-Chor der Bebraer Chorvereinigung. Die Reedereien präsentieren Image-Filme in einem Bordkino. Und für Kinder gibt es ein besonderes Programm mit dem Schwerpunkt Piraten und Meerjungfrauen.

Schmidt: Die Reedereien, die sich bei uns präsentieren, bilden das gesamte Spektrum ab: Von der klassischen Kreuzfahrt auf dem Meer wie mit der Aida über Flusskreuzfahrten, Mitfahren bei Versorgungsschiffen wie etwa Hurtigrouten bis hin zu Bootstouren, die man in Deutschland und europäischen Ländern weitgehend in Eigenregie unternehmen kann.

Kann man während der Messe Reisen buchen?

Persch: Das ist sicher möglich. Aber eigentlich soll die Messe die Möglichkeit zum Schnuppern bieten. Die Kunden sollen sich informieren, sich später aber in Ruhe von uns beraten lassen. Messeangebote gelten auch über den Tag hinaus.

Aus ökologischer Sicht haftet den großen Kreuzfahrtdampfern kein positives Image an. Ist das ein Thema bei den Kunden?

Schmidt: Da hat sich viel getan. Besonders die deutschen Reedereien haben reagiert und rüsten die Motoranlagen ihrer Flotten um. Es gibt strenge Auflagen und auch Kontrollen – auch bei der Müllentsorgung.

Kreuzfahrten haben in Deutschland bei Reisebuchungen mittlerweile einen Marktanteil von fast 30 Prozent. Warum verreisen viele so gern mit dem Schiff?

Schmidt: Bequemer geht es einfach nicht. Man ist heute hier, morgen dort. Wie kann man sonst zum Beispiel innerhalb einer Woche Tallinn, Helsinki und St. Petersburg sehen? Über Nacht wird gefahren, tagsüber lernt man die Städte kennen.

Persch: Schön ist auch, dass man die Fahrt individuell gestalten kann. Man kann sich die Ziele allein ansehen oder alles in der Reisegruppe unternehmen. Wie lange haben Sie für die Messe-Vorbereitungen gebraucht?

Schmidt: Seit einem halben Jahr arbeiten wir konkret daran.

Persch: Wir machen alles selbst, kümmern uns auch um die Dekoration. Wir wollen einfach ein schönes Ambiente für die Kunden schaffen.

Schmidt: Wir sind schon gespannt auf die Resonanz.

Sie haben die Messe bewusst „1. Reisemesse“ genannt?

Persch: Ja. Wir hoffen, dass eine Zweite zu einem anderem Thema folgen wird.

Von Silke Schäfer-Marg

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