Tatjana Kröger hat ein Buch über ihre Reise quer durch Europa und Asien geschrieben

Unterwegs in 32 Ländern

Tatjana Krögers erstes Buch ist fertig: Sie beschreibt darin ihre abenteuerliche Reise vom westlichsten Zipfel Europas bis in den südöstlichsten Asiens, von Lissabon bis Singapur und zurück. Foto: Hefter

Obersuhl. Man braucht schon eine gehörige Portion Wagemut und Optimismus, um ein solches Projekt durchzuziehen: Allein als Frau quer durch Europa und Asien zu reisen, von Lissabon bis Singapur, nur auf Straße und Schiene.

Dass es möglich ist, hat die Obersuhlerin Tatjana Kröger bewiesen. Von Lissabon bis Singapur und retour legte die erfahrene Globetrotterin auf dem Landweg durch 32 Länder fast 54 000 Kilometer zurück. Jetzt ist ihr erstes Buch erschienen, in dem sie die Eindrücke dieser Reise festgehalten hat. Es heißt „Das Jahr des Tigers“.

HNA-Leser kennen einige Passagen des Buchs bereits. Tatjana Kröger schickte der Redaktion von unterwegs per E-Mail Berichte und Fotos von mehreren Stationen ihrer Reise, die sie im Frühjahr 2010 begann. Acht Monate war sie insgesamt unterwegs. Nicht alles verlief wie geplant. Wegen der Flutkatastrophe musste die 51-Jährige Pakistan und Iran auslassen, holte diese Etappe aber im folgenden Jahr nach.

Der Buchtitel hat eine doppelsinnige Bedeutung: 2010 war nach dem chinesischen Horoskop das Jahr des Tigers. Außerdem ist die Obersuhlerin den Raubkatzen auf ihrer Reise ganz nahe gekommen, als sie Tiger in einem Waldkloster in Thailand streichelte. „Sie waren gut gefüttert und an Menschen gewöhnt“, sagte Tatjana Kröger und schmunzelte.

Unvergessliche Eindrücke

Während der ganzen langen Reise ist sie nicht ein einziges Mal in eine prekäre Situation geraten, hat aber unvergessliche Eindrücke gesammelt. Sie beschreibt sie anschaulich und mit so viel Liebe zum Detail, dass sich der Leser als Mitreisender fühlen kann: Beim Eisfischen am Baikalsee, im Alltag der Nomaden in der Mongolei, auf einem Hochzeitsfest in Malaysia oder im Basislager am Mount Everest.

Nah dran am Alltag

Sie sah grandiose Landschaften, alte Ruinenstätten, kämpfte sich durchs Verkehrschaos der Großstädte und lernte Menschen kennen, die ihr bereitwillig halfen und sich als ausgesprochen gastfreundlich erwiesen.

Weil sie meistens abseits der üblichen Touristenpfade unterwegs war, die Verkehrsmittel der Einheimischen benutzte und in ihren Garküchen aß, kam sie besonders nah an die Menschen und ihren Alltag heran, berichtete sie. Dabei machte sie die Erfahrung, dass „99,9 Prozent liebenswürdige, hart arbeitende Leute“ sind, aber eben unter unterschiedlichen Voraussetzungen leben. „Wir bekommen durch unsere Medien einen falschen Eindruck. Die Lebenswerte aller Menschen sind gleich.“

„Ich wollte immer Bücher schreiben, mit dem Anspruch zu unterhalten“, berichtete die Obersuhlerin. Gleichzeitig möchte sie einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten. „Ich versuche zu vermitteln, dass Normalität subjektiv und eine Sache der Perspektive ist.“

 hintergrund

Von Susanne Hefter

Quelle: HNA

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